Gerüchteküche: Stanley Black & Decker will CAM übernehmen

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Stanley Black & Decker steht Gerüchten zur Folge kurz vor der Übernahme der kalifornischen Consolidated Aerospace Manufacturing. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der auch in Deutschland bekannte US-Werkzeugkonzern Stanley Black & Decker Inc. soll mit der kalifornischen Consolidated Aerospace Manufacturing LLC (CAM) konkrete Übernahmegespräche aufgenommen haben, wie gut informierte Quellen berichten. Laut Einschätzung von Fachleuten soll CAM unter Berücksichtigung der Schulden etwa 1 Mrd. US-Dollar (USD) wert sein.

Stanley Black & Decker hat Auktion gewonnen

Bereits im Dezember 2019 wurde bekannt, dass der Eigentümer von CAM, die Investmentfirma Tinicum Inc., die Investmentbank Lazard Ltd. beauftragt hat, ein Auktionsverfahren für das Unternehmen durchzuführen. Aus dieser Auktion ging Stanley Black & Decker als Sieger hervor.

Das Unternehmen soll dabei mehrere Private-Equity-Firmen, u.a. auch die bekannte Investmentgesellschaft KKR, überboten haben. Jetzt will der Werkzeugbauer aus Connecticut die CAM-Übernahme noch in diesem Monat in trockene Tücher bringen.

Die beteiligten Unternehmen im Portrait

Bevor ich die Hintergründe der Übernahmegespräche erläutere, möchte ich Ihnen aber die beteiligten Unternehmen näher vorstellen. Stanley Black & Decker mit Hauptsitz in New Britain/Connecticut ist als Produzent von (Elektro-)Werkzeugen und Zubehör weltweit bekannt.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch elektronische Sicherheitslösungen, Lösungen für das Gesundheitswesen und technische Befestigungssysteme an. Black & Decker hat einen Börsenwert bzw. eine Marktkapitalisierung von 26 Mrd. USD und liegt damit auf Platz 228 des US-Rankings Fortune 500.

Die gut 60.000 Mitarbeiter des Werkzeugbauers haben in 2018 einen Umsatz von 13,98 Mrd. USD erwirtschaftet, was eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von + 9,69% bedeutete. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag in 2018 bei 1,89 Mrd. USD, was ein leichtes Minus von -0,31% gegenüber 2017 war.

Die in Brea/Kalifornien beheimatete CAM wurde 2012 von der Investmentfirma Tinicum als Holdinggesellschaft für mehrere im Bereich der Luft- und Raumfahrtkomponenten tätigen Fertigungsunternehmen gegründet. Zu den Töchtern von CAM gehören Bristol Industries, E.A. Patten, Aerofit, Voss Industries, 3V Fasteners, QRP und Moeller.

Das Unternehmen erwirtschaftete in 2018 einen Jahresgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von ca. 80 Mio. USD. Laut Einschätzung der Ratingagentur Moody’s kann davon ausgegangen werden, dass CAM für 2019 ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum mit einer gesunden Rentabilität erreicht hat. Aufgrund der geringen Marktmacht ist CAM der traditionell hohen Volatilität des Luft- und Raumfahrtmarktes ausgesetzt.

Stanley Black & Decker will diversifizieren

Stanley Black & Decker ist wegen der nachlassenden Nachfrage auf dem Werkzeugmarkt auf der Suche nach neuen Geschäftsbereichen. Mit dem Kauf der CAM könnte das Unternehmen erstmalig im Markt für Luft- und Raumfahrtkomponenten Fuß fassen.

Stanley Black & Decker hat bereits in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen in Bereich der Firmenübernahme sowie der Integration akquirierter Unternehmen in den Konzern gesammelt. Allein in den letzten zwei Jahrzehnten hat das Unternehmen mehr als 10 Mrd. USD für Akquisitionen ausgegeben. Dabei handelte es sich zumeist um Werkzeughersteller bzw. Werkzeugmarken wie z.B. DeWalt (2009), mehrere Marken der Newell Brands Inc (2016) und die Marke Craftsman der Sears Holdings Corp. (2017). Und ich würde mich nicht wundern, wenn als nächster Eintrag in dieser Liste die Consolidated Aerospace Manufacturing LLC aufgenommen werden muss.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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