Geschäftslage für Rückversicherer hellt sich auf

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Nach dem Rekordjahr 2018 an verursachten Schäden hellt sich der Blick nach vorne auf, denn die Volumenzuwächse fielen durchweg erfreulich aus. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Angesichts der anhaltend hohen Schäden verzeichnen die Rückversicherer Munich Re, Hannover Rück und Swiss Re allesamt steigende Prämieneinnahmen. Die Vertragserneuerungsrunden zum 1.1.2019 zeigten starke Volumenzuwächse und fielen durchweg erfreulich aus. Dabei konnten die Preise leicht gesteigert werden. Im weiteren Jahresverlauf erwartet die Branche weitere Preissteigerungen, da die Vertragserneuerungen gerade in den schadenreichen Regionen anstehen.

Historisch hohe Schäden von 79 Mrd. $

Nach ersten Schätzungen für das zurückliegende Jahr lagen die durch Naturkatastrophen sowie Menschen verursachten Schäden für die Versicherungswirtschaft mit 79 Mrd. $ auf dem vierthöchsten Stand in der Geschichte. Damit stellte 2018 das 2. Jahr in Folge mit überdurchschnittlich hohen Schäden für die Versicherungswirtschaft dar.

Die insgesamt entstandenen wirtschaftlichen Kosten einschließlich der nicht versicherten Schäden von schätzungsweise 155 Mrd. $ zeigen klar, dass der Markt noch Potenzial hat. Denn damit waren kaum mehr als die Hälfte der entstandenen Schäden versichert.

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Positiver Ausblick auf 2019

Laut Hannover Rück gingen die Ratenerhöhungen bei erneut schadenbetroffenen Regionen teilweise deutlich in den zweistelligen Bereich. Das heißt, dass sich die Margen tendenziell wieder verbessern werden. In den vergangenen Jahren litt die Rückversicherungsbranche vor allem an ihrer bröckelnden Preismacht. Der Grund war die Konkurrenz durch alternative Formen der Rückversicherung wie die Verbriefung von Risiken am Kapitalmarkt. Doch anders als noch vor einem Jahr agierten die alternativen Kapitalgeber für den Transfer von Versicherungsrisiken an Investoren (Insurance-Linked Securities) in der Erneuerung verhaltener.

Noch nie gab es günstigeres Kapital

Nach der Finanzkrise 2008/2009 sind die Zinsen weltweit auf das historisch tiefste Niveau gefallen. Während es der Federal Reserve in den USA gelang, den Leitzins seit dem Rekordtief wieder auf 2,25 bis 2,5% zu erhöhen, steht die Zinskurve in Europa still. Einerseits stellt dieser Umstand die Versicherungsunternehmen vor großen Herausforderungen. Es wurde immer schwieriger, eine attraktive Rendite auf die Kapitalanlage zu erzielen. Andererseits profitieren die Versicherer vom Niedrigzinsumfeld. Die Refinanzierung ist nach wie vor so günstig wie noch nie.

Das stellte Generali mit der günstigsten Anleihenplatzierung der Unternehmensgeschichte unlängst unter Beweis. Der 500 Mio. € Anleihenausgabe standen 6,5 Mrd. € Kapital gegenüber. Diese 13-fache Überzeichnung zeigt vor allem eines sehr deutlich: Von einer nachhaltigen Erhöhung der Zinsen in Europa sind wir noch sehr weit entfernt.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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