Gesunde Rendite mit diesem Dividendenwert

Für den Markt ist die Aktie von GlaxoSmithKline noch nicht übern Berg. Es sieht aber gut aus. Warum Sie jetzt einsteigen können. (Foto: Willy Barton / shutterstock.com)

Pharmawerte können das Salz in der Suppe sein. Vor allem, wenn die Titel eine satte Dividende versprechen, bieten sich diese Aktien als Ergänzung an. Die Aktie von GlaxoSmithKline war über Jahre immer einer unserer Favoriten. Heute ist unser Bild etwas differenzierter. Was wir am Wert schätzen und was uns vorsichtig stimmt, lesen Sie in unserer Analyse.

GlaxoSmithKline gehört zu den weltweit führenden Pharmakonzernen. Bei rezeptpflichtigen Medikamenten liegt der Fokus auf Atemwegserkrankungen und HIV. Daneben stellt der Konzern Impfstoffe und Konsumprodukte wie verschreibungsfreie Medikamente, Zahnpflege- und Hygieneartikel her. Bekannte Marken sind Odol und Dr. Best.

Währungseffekte verhagelt Zahlen

GlaxoSmithKline hat im 1. Quartal die wiedererstarkte britische Währung zu spüren bekommen. Der Umsatz ging um 2,2% zurück. Der Gewinn hat sich sogar nahezu halbiert. Belastet haben unter anderem Bilanzierungseffekte im Zusammenhang mit früheren Übernahmen, die mit 429 Mio £ negativ zu Buche schlugen. Auf bereinigter Basis ist der Gewinn nur um 2% gesunken. Auch 2018 ist kein einfaches Jahr.

Sorgen bereitet das Asthmamittel Advair. Sollten in den USA demnächst Generika auf den Markt kommen, könnte der bereinigte Gewinn um bis zu 3% schrumpfen. Andernfalls erwartet der Konzern ein Gewinnwachstum von 4 bis 7% auf bereinigter Basis. Zum Vergleich: 2017 lag der bereinigte Gewinn bei 111,80 p pro Aktie. Wir rechnen eher mit dem ersten Szenario. Denn schon jetzt ist Advair einem hohen Preisdruck ausgesetzt.

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Im 1. Quartal brach der Umsatz um 25% auf 566 Mio £ ein. Der tatsächliche Gewinn dürfte auf rund 3,9 Mrd £ steigen. 2017 belastete die US-Steuerreform. Der Konzernumsatz könnte dagegen zurückgehen. Zwar hat  GlaxoSmithKline zwei neue Medikamente gegen Atemwegserkrankungen und HIV sowie einen Impfstoff auf den Markt gebracht. Diese Produkte erzielten im 1. Quartal aber erst einen Gesamtumsatz von 131 Mio £ und können die Advair-Einbußen noch nicht kompensieren.

Gutes Timing beim Einstieg nötig

Es gab auch gute Nachrichten.  GlaxoSmithKline übernimmt von Novartis dessen 36,5%-Anteil am gemeinsamen OTC-Joint-Venture für 13 Mrd $.  GlaxoSmithKline verspricht sich von dem Deal hohe Cashflows, die in den Ausbau des Pharmageschäfts investiert werden sollen.  GlaxoSmithKline hat die Talsohle durchschritten und bietet eine attraktive Dividendenrendite.

Zwar dürfte der Aktienkurs noch ein wenig volatil bleiben, doch können sich langfristig orientierte Dividendenjäger schon heute positionieren. Nachteile wie die Wechselkurseffekte und die geringe Eigenkapitalquote dürften den Wert noch ein wenig tanzen lassen.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.