Gesundheit aus der Schweiz

Unternehmen aus der Schweiz gelten als solide und sicher. Wenn sie dann noch aus der Gesundheits-Branche kommen, kann für viele Anleger gar nichts mehr schief gehen. Doch auch in einer solchen Konstellation ist es unbedingt wichtig, eine Aktie ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

Jeder auch noch so gute Wert macht einmal eine Durststrecke durch. Ob das bei Novartis auch so ist? Novartis entstand 1996 aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz und ist heute ein weltweit führender Pharmakonzern.

Novartis ist in 5 Sparten tätig: Pharmaceutika (patentgeschützte Arzneimittel), Alcon (Augenheilkunde), Sandoz (Generika), Consumer Health (Produkte für die Selbstmedikation und Tiermedizin) sowie Impfstoffe und Diagnostika.

Restrukturierung mit guten Ergebnissen

Novartis hat im 1. Quartal weniger umgesetzt, aber deutlich mehr verdient. Verantwortlich waren Erlöse im Zusammenhang mit den Transaktionen zur Portfolioumgestaltung.

Auf bereinigter Basis ging der Gewinn um 6% auf 2,3 Mrd $ zurück. Der Umsatz mit den 20 Top- Medikamenten schrumpfte um 9% auf 5,75 Mrd $. Während Glivec gegen Leukämie 2% auf 1,07 Mrd $ verlor, überzeugte Gilenya gegen Multiple Sklerose mit einem Zuwachs von 16% auf 638 Mio $.

Novartis richtet sich neu aus, um die Folgen von Patentabläufen abzufedern. Um seine Rentabilität zu verbessern, konzentriert sich der Konzern künftig nur noch auf verschreibungspflichtige Medikamente, Generika und Augenheilkunde. Die Impfstoffe wurden an GlaxoSmithKline (GSK) und die Tiermedizin an Eli Lilly verkauft.

Gleichzeitig hat Novartis seine nicht verschreibungspflichtigen Produkte in ein Joint Venture mit GSK eingebracht und die Krebs-Sparte der Briten übernommen. In diesem Jahr will Novartis den Umsatz währungsbereinigt im mittleren und das operative Ergebnis im hohen einstelligen Prozentbereich steigern.

Das passt einfach

Im 1. Quartal war das Ergebnis bereinigt um 9% auf 3,65 Mrd $ gestiegen. Aufgrund der Belastungen durch die Dollarstärke erwarten wir einen Umsatz von 50 Mrd $ und einen Gewinn von 9,5 Mrd $ ohne Sondererlöse. Die weiteren Aussichten sind gut. Novartis hat zuletzt drei Zulassungen für Krebsmedikamente erhalten.

Zudem wird der aussichtsreiche Wirkstoff LCZ696 gegen Herzschwäche von den Gesundheitsbehörden der USA und der EU beschleunigt geprüft. Mit einer Entscheidung wird im August gerechnet.

Aufgrund dieser Entwicklungen stehen wir der Aktie nun positiver gegenüber als noch bei unserer letzten Analyse. Die Dividendenrendite fällt mit 2,8 % außerdem attraktiv aus. Zumindest bei Novartis gilt: Schweiz und Pharma, das passt.

4. August 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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