Gesundheit bleibt ein Markt mit hohem Potenzial

Nach Berechnungen der OECD steigen die Gesundheitsausgaben weltweit stärker als das Wirtschaftswachstum. (Foto: Raihana Asral / Shutterstock.com)

Krebs ist für die Pharmaindustrie der größte Umsatzbringer. Die größten Konzerne setzen jährlich mehr als 100 Mrd. $ mit Krebsmedikamenten um. Entsprechend wird die Krebsforschung intensiviert und nach neuen Wegen der Behandlung neben der Chemotherapie gesucht.

Neue Wege in der Krebsbekämpfung

Die Immuntherapie, bei der das Immunsystem so angeregt wird, dass es selbst die Tumorzellen zerstört, ist schon relativ weit fortgeschritten. Einige Konzerne wie Roche, Bristol-Myers Squibb und Merck & Co. haben bereits Immuntherapeutika auf den Markt gebracht.

Vielversprechend sind daneben die neuen Gentherapien gegen Krebs. Novartis hat bereits die US-Zulassung für das Therapeutikum Kymriah erhalten, das bei Kindern und Jugendlichen mit einer bestimmten Art von Leukämie eingesetzt wird. Die Erfolge sind beeindruckend, die Kosten aber extrem hoch. Sie belaufen sich pro Therapie auf 250.000 bis 500.000 $. Sollte die Gentherapie auch bei weniger seltenen Krebserkrankungen wirken, winken mittelfristig Milliardenumsätze.

US-Pharmabranche wird offensichtlich geschont

Bisher konnten die Pharmakonzerne in den USA die weltweit höchsten Arzneimittelpreise durchsetzen und diese nach Belieben auch erhöhen. Daran wird sich vermutlich auch nichts Wesentliches ändern. Zwar hat Präsident Trump zu Beginn seiner Amtszeit der Pharmaindustrie den Kampf angesagt und wollte niedrigere Arzneimittelpreise durchsetzen.

Jetzt aber scheint Trump zurückzurudern. Neue Vorschläge sehen eine äußerst moderate Preiskontrolle vor. Ein weiterer Gewinntreiber sind die geplanten Steuererleichterungen für die Konzerne, die ihre Auslandsvermögen in die USA zurücktransferieren. Dennoch sollten Pharmakonzerne nicht zu optimistisch in die Zukunft schauen, denn Trump ist unberechenbar.

Im Übrigen hängt die Geschäftsentwicklung von Pharmakonzernen nicht von politischen Entscheidungen ab. Viel wichtiger sind Forschungserfolge. Müssen klinische Tests aufgegeben werden, weil bestimmte Ziele nicht erreicht wurden, oder wird ein Medikament nicht zugelassen, weil der medizinische Nutzen fehlt, sind Abschreibungen in Milliardenhöhe und kräftige Kurseinbrüche die Folge.

Fazit

Langfristig bleibt Gesundheit auf jeden Fall ein Markt mit hohem Wachstumspotenzial. Nach Berechnungen der OECD steigen die Gesundheitsausgaben weltweit stärker als das Wirtschaftswachstum. Verantwortlich dafür ist die demografische Entwicklung. Und mit der zunehmenden Zahl älterer Menschen steigen vor allem die Fälle von Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unsere Favoriten bleiben Johnson & Johnson und die historisch immer noch günstige Novo Nordisk.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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