Gesundheitskonzern auf Wachstumskurs

Solide Unternehmen lassen Anleger ruhig schlafen. Fresenius überzeugt konservative Anleger. (Foto: Fresenius SE & Co. KGaA)

So lange wir gesund sind, lässt es sich leicht über das Gesundheitssystem lästern: zu teuer und ineffizient. Doch sobald einmal etwas ist, merkt man doch, wie professionell die Abläufe in deutschen Krankenhäusern sind und vor allem wie groß das Engagement von Pflegepersonal und Ärzten. Auch moderne Geräte helfen dabei, dass Diagnose und Therapie heute viel leichter ist, als noch vor Jahren. Ein deutsches Unternehmen der Gesundheitsbranche ist Fresenius.

Der Gesundheitskonzern Fresenius bietet Produkte, Therapien und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an. Zu Fresenius gehören vier Bereiche, die eigenverantwortlich wirtschaften und handeln: FMC Fresenius Medical Care, Kabi (Ernährungs-/Infusionstherapie), Helios (Krankenhaus- Betreiber) und Vamed (Krankenhaus-Dienstleistungen).

Bei Fresenius stimmen die Zahlen

Fresenius ist erneut auf Rekordkurs. In den ersten 9 Monaten stiegen der Umsatz um 16,4% und der Gewinn um 16,5%. In allen Regionen und Sparten hat der Konzern besser abgeschnitten. Helios und Vamed sind auch profitabel gewachsen. Bei der Dialyse-Tochter FMC haben die Wirbelstürme in den USA die Umsatz- und Margenentwicklung etwas gebremst. Wachstumstreiber Nummer 1 waren die Helios-Kliniken, die von der Übernahme der spanischen Krankenhauskette Quirònsalud profitiert haben.

Die Ende Mai angehobenen Jahresziele wurden bestätigt. Danach sollen der Umsatz um 15 bis 17% und der Gewinn um 19 bis 21% steigen. Sorgen bereitet lediglich die Kabi-Tochter Akorn. Der vor kurzem übernommene US-Hersteller von Generika musste im 2. und 3. Quartal Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis melden. Denn Akorn ist in den USA einem harten Wettbewerb ausgesetzt, der die Absatz- und Preisentwicklung negativ beeinflusst.

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Dieser Trend könnte sich fortsetzen. Insofern besteht ein Risiko, dass Akorn sein EBITDA-Ziel von 380 bis 420 Mio € im kommenden Jahr nicht erreicht. Andererseits ist es Fresenius bisher immer gelungen, größere Übernahmen zügig zu integrieren und auf Rentabilität zu trimmen.

Eine solide Aktie

Langfristig profitiert Fresenius von der demografischen Entwicklung in der westlichen Welt, wo immer mehr Menschen immer älter werden. Entsprechend steigt die Nachfrage nach hochwertigen Gesundheitsleistungen.

Aber auch in den Schwellenländern können sich immer mehr Menschen eine bessere Gesundheitsversorgung leisten. Kurzfristig belasten die Sorgen um Akorn die Kursentwicklung. Doch die langfristige Perspektive überwiegt. Da Fresenius zudem schon bewiesen hat, mit Zukäufen effektiv wachsen zu können, sehen wir auch weiteren Akquisitionen zuversichtlich entgegen. Die Dividende können Anleger vernachlässigen. Fresenius ist solide, mehr aber auch nicht.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.