Gesundheitsmarkt: Die fünf größten Deals des Jahres 2019

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Der Gesundheitsmarkt gewinnt bei Übernahmen zunehmend an Bedeutung: Das waren die größten Deals des Jahres 2019. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der Markt für Übernahmen läuft weiter auf Hochtouren. Vor allem in der Gesundheitsbranche suchen die Käufer nach Deals und damit zusätzlichen Wachstumschancen. Wie eine Untersuchung der renommierten Beratungsgesellschaft KPMG zeigt, ging das Transaktionsvolumen in der Life-Science-Branche im letzten Jahr regelrecht durch die Decke. Insgesamt wurden Deals im Gegenwert von 467 Milliarden Dollar angekündigt, was einem Zuwachs von satten 58% zum Vorjahr entspricht.

Biotechnologieaktien im Fokus der Käufer

Dabei suchten die Pharmaunternehmen mit ihren Zukäufen vor allem neue Medikamente gegen Krebs. Gemessen am Transaktionsvolumen war die Onkologie das für die Käufer interessanteste Gebiet. Motiviert sind die Transaktionen in der Pharmaindustrie oft auch davon, dass die Anbieter neue Einnahmequellen suchen, wenn Patente umsatzstarker Produkte auslaufen.

Die fünf größten Deals der Gesundheitsindustrie

Celgene:

Der US-Pharmagigant Bristol-Myers will für 90 Milliarden Dollar den Biopharma-Spezialisten Celgene übernehmen. Durch den Deal soll ein führender Hersteller von Biopharma-Medikamenten entstehen, der sich auf Krebsmedikamente, Entzündungen und Erkrankungen des Immunsystems und der Blutgefäße konzentrieren will. Die Konzerne wollen bis zum Jahr 2022 jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar erzielen.

Allergan:

Der amerikanische Arzneimittelhersteller Abbvie übernimmt für 63 Milliarden Dollar den Botox-Produzenten Allergan. Das Antifaltenmittel, dessen Patentschutz längst abgelaufen ist, setzt immer noch 2,4 Milliarden Dollar um und wird auch bei neurologischen Erkrankungen und bei Migräne eingesetzt. Zudem stellt Allergan das Mittel Restasis gegen Hornhautnarben bei trockenen Augen her. Abbvie kämpfte zuletzt mit abflauenden Wachstumsperspektiven. Der Konzern, der 2013 als Abspaltung von Abbott Laboratories entstanden ist, kämpft vor allem mit dem Ablauf seines Patents für den absoluten Pharmabestseller Humira. Das Mittel gegen Autoimmunkrankheiten wie Rheuma war 2018 mit 20 Milliarden Dollar das umsatzstärkste Medikament weltweit und steuerte etwa 60% des Abbvie-Umsatzes bei.

Upjohn:

Der US-Pharmakonzern Pfizer will seine früheren Blockbuster, darunter Viagra und der Cholesterinsenker Lipitor, in den kleineren Konkurrenten Mylan auslagern. Für 24,5 Milliarden Dollar kauft Mylan das Geschäft von Pfizer, das unter dem Namen Upjohn zusammengefasst wird. Zuletzt schwächelte die Sparte, weil der Patentschutz für Viagra abgelaufen war. Der Zusammenschluss soll Synergien in Höhe von jährlich rund 1 Milliarde Dollar ab 2023 liefern.

GE-Biopharma:

Für 21,4 Milliarden Dollar kauft der US-Industriekonzern Danaher einen Teil der Gesundheitssparte des Konkurrenten General Electric (GE-Biopharma). Die Produkte von GE Biopharma setzen Unternehmen ein, die Medikamente erforschen und produzieren. So bietet die Sparte etwa den schlüsselfertigen Aufbau von Bioreaktoren an. Teilweise werden solche Reaktoren auch in Deutschland gefertigt – wie etwa im Jahr 2016 für ein biologisches Forschungszentrum von Pfizer in China. Es wird erwartet, dass GE Biopharma im Jahr 2019 einen Jahresumsatz von circa 3,2 Milliarden Dollar erzielen wird, von denen etwa 75% in Form wiederkehrender Erlöse fließen.

Celgene-Otezla:

Amgen erwirbt das Schuppenflechte-Medikament Otezla von Celgene für 13,4 Milliarden Dollar in bar. Auch wenn Amgen tief in die Tasche greift: Der Biotech-Riese sichert sich dadurch den Zugriff auf einen weiteren Blockbuster. Im letzten Jahr hat Celgene mit dem Schuppenflechte-Mittel 1,6 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Weiterhin hoher Deal-Flow erwartet

Im laufenden Jahr sollte die Deal-Aktivität weiter hoch bleiben. Auf der Suche nach neuen Blockbuster-Medikamenten dürfte auch in Zukunft die Pharma-Riesen die Fühler nach forschungsstarken Biotech-Firmen ausstrecken.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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