Getränke-Aktien: Schloss Wachenheim vs. Anheuser-Busch InBev

Schloss Wachenheim wächst profitabel und hat weiteres Kurspotenzial, bei Anheuser-Busch InBev dagegen bremsen Schulden und hohe Bewertung das Potenzial. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Schloss Wachenheim hat seinen profitablen Wachstumskurs im 1. Quartal fortgesetzt. Während der Absatz nur um 1,7% auf 52,8 Mio. Flaschen anzog, führte ein günstigerer Produktmix zu einem Umsatzanstieg von 6,3%. Dank der margenstärkeren Produkte verbesserte sich auch die operative Rendite von 7,1 auf 8%.

Der Gewinn stieg wegen eines schwächeren Zinsergebnisses um 11,4%. Verantwortlich für den starken Jahresauftakt war in erster Linie die Übernahme der Rindchen’s Weinkontor zum 1. Juli. Rindchen gehört mit einem Jahresumsatz von 20 Mio. € zu den führenden deutschen Anbietern hochpreisiger Weine. Vertrieben werden die Produkte in 21 Weinkontoren, einem Online-Shop sowie in Shop-in-Shop-Konzepten.

Übernahme sorgt für kräftigen Umsatzschub

Dank Rindchen stieg der Umsatz in Deutschland um 15,2% auf 25,9 Mio. €. Der operative Verlust verringerte sich um ein Drittel auf 0,23 Mio. €. In Frankreich belasteten höhere Ausgaben für Werbung und eine schwache Inlandsnachfrage. Der Umsatz schrumpfte um 4,1% auf 24,1 Mio. € und das operative Ergebnis um 9% auf 3,65 Mio. €. Wachstums- und Ergebnistreiber war einmal mehr das Osteuropageschäft, das um 9,2% auf 24,4 Mio. € wuchs. Das operative Ergebnis hat sich sogar auf 2,44 Mio. € nahezu verdoppelt.

Das Management hat keine konkreten Jahresziele ausgegeben. Die robuste Konjunktur in den Absatzmärkten verbunden mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und Reallohnzuwächsen sollte sich aber positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Zudem wird die Rindchen-Übernahme für einen Umsatz- und Ergebnisschub sorgen.

Unternehmensporträt

Schloss Wachenheim gehört zu den weltweit führenden Sektherstellern. Die Produktpalette reicht von Sekt und Schaumwein bis Perlwein und andere innovative Getränke auf Weinbasis. Das Unternehmen setzt jährlich rund 230 Mio. Flaschen ab. Bekannte Marken sind Faber und Feist. Wachenheim ist ein Anwärter für meinen Value-Aktien-Index, aus dem ich mein GELFARTH SELECT Strategiezertifikat (WKN: UBS1FP) bestücke. Sie haben hier die Chance, mit nur einem einzigen Zertifikat einen sehr intelligenten Vermögensaufbau zu starten.

Anheuser-Busch InBev: Die Zahlen für die ersten 9 Monate brachten keine großen Überraschungen

Aufgrund der SABMiller-Übernahme steigerte InBev den Umsatz um 33,9% und den Bierabsatz um 37% auf 466,6 Mio. hl. Wegen deutlich geringerer Finanzierungskosten hat sich der Gewinn sogar nahezu verfünffacht. Organisch ist der Umsatz um 4,1% gewachsen. Der Bierabsatz lag dagegen leicht unter Vorjahresniveau. Während es in Brasilien nach langer Zeit wieder nach oben ging, behinderten die Wirbelstürme in Florida und Texas die Belieferung des Großhandels. Entsprechend gingen Umsatz, Absatz und operatives Ergebnis auf dem wichtigen US-Markt zurück.

Die Integration von SABMiller verläuft offensichtlich besser als erwartet

Denn InBev rechnet jetzt mit Synergien und Einsparungen von 3,2 Mrd. $ bis Ende 2020. Davon wurden bereits 1,75 Mrd. $ realisiert. Nach dem 1. Quartal wurde noch ein Sparziel von 2,8 Mrd. $ ausgegeben. Zudem werden sich die Investitionen in energiesparende Produktionsanlagen, neue Verpackungslösungen und einen effizienteren Vertrieb auszahlen. Die Konzentration auf wachstums- und margenstarke Premium-Marken wird die Ergebnisentwicklung ebenfalls positiv beeinflussen.

Weniger profitable Marken werden verkauft. Mit dem Erlös kann InBev seine Nettoschulden von gut 100 Mrd. $ abbauen. Schließlich muss der Konzern noch stärker als bisher auf die neuen Trends reagieren: auf den Vormarsch der Craft-Biere und die wachsende Nachfrage nach alkoholfreien und -reduzierten Bieren. Die insgesamt hohe Bewertung sowie die immer noch hohen Schulden bremsen die Kursentwicklung.

Unternehmensporträt

Die belgische Anheuser-Busch InBev ist mit einem jährlichen Bierausstoß von rund 600 Mio hl der weltweit größte Brauereikonzern. Das Portfolio umfasst mehr als 500 Marken, darunter Beck’s, Stella Artois, Jupiler, Leffe, Staropramen, Budweiser, Michelob, Bud Light, Diebels, Spaten und Löwenbräu. Der Konzern verkauft seine Produkte weltweit in rund 150 Ländern und ist in vielen Schlüsselmärkten die Nummer 1 oder 2 der Branche.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.