GeVestor-Index: die richtige Inflation liegt höher

Im August haben wir in Deutschland laut statistischem Bundesamt eine Inflationsrate von 0,0 Prozent. Wir glauben dies nicht. Die "richtige" Inflation liegt darüber. Rechnen Sie jedoch selbst nach. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

0,0 Prozent wäre Idealzustand

Ein Traum, wenn sich Preise gar nicht mehr ändern. Weniger für Händler oder Unternehmen, aber für die Volkswirtschaft und Privatiers. Endlich wären kaufmännische Kalkulationen für die eigene Vorsorge nahezu risikofrei. Nur: die eigentliche Inflation ist zumeist höher als die ausgewiesene.

Seit 20 Jahren pendelt die offizielle Inflationsrate zwischen maximal 5 Prozent und 0 Prozent. Entweder die Deutsche Bundesbank und die Nachfolgerinm, die Europäische Zentralbank, sind besonders erfolgreich. Oder: es gibt handfeste Interessen für derartige Zahlen.

Letzteres stimmt auf jeden Fall: Inflation gilt als „heimliche“ Steuer. Aber wer will darüber offen sprechen. Zugriff haben staatliche Institutionen über die Zusammensetzung des offiziellen Warenkorbs. Der sieht aktuell wie folgt aus:

Warenkorb der Inflationsberechnung in Deutschland

Bildung: 0,74 Prozent

Freizeit: 11,59 Prozent

Nachrichtenübermittlung: 3,1 Prozent

Verkehr: 13,19 Prozent

Gesundheit: 4,03 Prozent

Alkohol, Tabak: 3,9 Prozent

Wohnung und Nebenkosten: 30,8 Prozent

Haushaltsgegenstände: 5,59 Prozent

So die Zusammensetzung eines durchschnittlichen Warenkorbs in Deutschland

Im Einzelnen möchte ich den Warenkorb nicht auseinandernehmen, aber: schon die Position Wohnung zeigt, dass der Korb nicht aktuell ist. Wer Wohnungsmieten in den Ballungsräumen wie im Rheinland, um Stuttgart oder München verfolgt, weiß: die Mieten und Nebenkosten sind weit höher. 50 Prozent des Nettoeinkommens und mehr werden fällig.

Durch den Zuzug in diese Regionen steigt der Kostenanteil aller – so dass 30 Prozent nicht mehr realistisch sind. „Verkehrskosten“ mit gut 13 Prozent bilden die Realität auch nur unzureichend ab. 500 Euro kostet ein KFZ mindestens im Monat, so weist quasi jede Statistik aus. Allein die Autokosten selbst liegen bei 350 Euro und mehr. Dazu kommen steigende Spritpreise.

Bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 3.000  Euro netto jedoch wären 500 Euro knapp 17 Prozent und nicht 13 Prozent. Sie sehen: es lässt sich trefflich streiten.

GeVestor-Empfehlung: Sie können sich unter ww.destatis.de einen eigenen Warenkorb für Ihre Inflationsbetrachtung zusammenstellen. Inklusive Restaurant-Preisen….

Wer inflationsgeschützt investieren möchte, kann dies etwa mit substanzstarken Aktien. Gerade die Substanz analysiert Volker Gelfarth in seinen bundesweit führenden Research-Studien zu Aktienunternehmen.

Sein Team und er nehmen jede Bilanz nach allen Regeln der Kunst auseinander – und präsentieren Ihnen auf nur einer Seite alle wichtigen Fakten der vergangenen 10 Jahre. Verschaffen Sie sich hier selbst einen Eindruck.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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