Gewaltige Krisen im Anmarsch: Finanzkrise, Vertrauenskrise

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Jetzt geht der Sturm los: Die EZB warnt, Italien warnt, Soros warnt. Was soll der kleine Privatanleger da machen? Zumindest nicht auf steigende Kurse setzen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Haben Sie es auch gemerkt? Der Ton wird wieder etwas rauer. Das Thema „Krise“ wird wieder gespielt. Liegt es am fallenden DAX? Oder am fallenden Euro? Tatsache ist, dass die Kuschelzeit an der Börse offensichtlich vorbei ist. Jetzt gibt es wieder eine härtere Gangart. Das freut nicht jeden Anleger, denn meist leuchten die Kurse in solchen Zeiten rot.

EZB warnt Italien vor Eurokrise

Dass wir hierzulande mit dem Wahlausgang in Italien nicht sonderlich zufrieden sind, hat auch die Zeitung mit den vier großen Buchstaben verdeutlicht. Entsprechend wurde bereits mit „Euro-Hasser“ und „Grusel-Koalition“ Stimmung gemacht. Doch es hilft einfach nichts, wenn sich die Euro-Koalition jetzt noch weiter spaltet. Das ist nun einmal der Haken an der Demokratie. Wenn die Mehrheit dafür ist, bekommt diese Recht und Macht.

Natürlich sprechen die Wechselkurse eine deutliche Sprache. Bereits vor der Italien-Wahl hat der Euro nach unten gedreht und seine Talfahrt geht immer weiter. Gestern hatten wir bereits genau hingeschaut, wo die Kurse eingebremst werden können. Heute ist diese Zone schon erreicht worden. Die nächsten Tage werden also entscheiden.

Der kritische Bereich im gestrigen Chart lief bis 1,155 bei EUR/USD. Kurz haben die Kurse heute sogar diese Zone nach unten durchbrochen, doch danach ging es schnell wieder hoch. Ein gutes Zeichen für Stabilität. Doch noch ist der Kampf nicht gewonnen. Noch lange nicht. Vor allem, wenn jetzt auch die EZB noch die Alarmglocken läuten lässt. Im Zweifelsfall muss sie eingreifen, damit die Kurse nicht machen, was die Realität eigentlich will. Börsen sind nicht mehr demokratisch. Hier diktiert die Politik. Nicht jeden Tag, aber immerhin im Ernstfall.

Aber auch die Rendite der italienischen Staatsanleihen wird sportlich aktiv. Zum ersten Mal seit vier Jahren stiegt die Rendite der 10-jährigen Anleihen über drei Prozent.

Italien wird uns als Thema über den Sommer begleiten. Wenn schon nicht in Russland bei der Fußball-WM, dann werden die Zeitungen aus einem anderen Grund Italien als Titelthema haben. Vor allem, weil immer noch eine Entscheidung ansteht. Aktuell wurde die Regierung der Euro-Hasser verhindert, aber am Horizont sehen wir schon jetzt Neuwahlen und die werden dann wohl im Spätsommer kommen. Eine neue Chance für eine neue eurofeindliche Regierung.

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George Soros meldet sich zu Wort

Der berühmt berüchtigte Investor hatte schon in der Vergangenheit Milliarden gegen den Euro gesetzt. Jetzt warnt er vor einer zerstörenden Finanzkrise, die natürlich die Euro-Krise auslösen wird. So richtig warm werden der Euro und Soros in diesem Leben wohl nicht mehr.

Immerhin verrät er uns schon den Plan für die nächsten Jahre: Denn die Probleme in Europa sind seiner Aussage zufolge die Flüchtlingskrise, der erzwungene Sparkurs und ein Auseinanderbrechen, wenn Italien seinen eigenen Brexit hinlegt.

Auf Wikipedia gibt es bei Soros sogar einen Punkt für „philanthropisches und politisches Engagement“. Das hat einen leicht faden Beigeschmack, wenn wiederum der SWR berichtet, dass Soros die Flüchtlingsbewegung nach Europa mitfinanziert und im großen Stil Flugblätter verteilt wurden. Alles nur zum Wohl aller Menschen oder damit sein Plan aufgeht, den Euro zu destabilisieren?

Interessanterweise spricht Ungarns Ministerpräsident Orbán das Thema offen an. Soros, der in Budapest geboren wurde, aber inzwischen den Titel „US-Milliardär“ hat, soll die europäische Demokratie bedrohen.

Was tatsächlich hinter den Kulissen passiert, werden wir wohl nie erfahren. Was wir sehen, ist eine Kehrtwende des Euros und DAX. Und damit müssen wir arbeiten. Die nächsten Tage und Wochen können wir etwas holpriger werden, wenn die EZB nicht eingreift. Schnallen Sie sich an.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.