Gewinnchance: Hier spekulieren Sie auf ein besseres Übernahme-Angebot

Nach einer schwachen Börsenwache notieren die meisten Aktien und Indizes im Vergleich zur Vorwoche niedriger:

Während der deutsche Leitindex DAX ein Minus von rund 2,8% verzeichnen musste, schlug sich der SDAX mit einem Verlust von 0,8% etwas besser.

Im Index der geringer kapitalisierten Unternehmen mussten beinahe alle Werte Federn lassen, einer stach jedoch positiv heraus:

Die Aktie von Braas Monier steht im Vergleich zur Vorwoche mit 16% im Plus. –  Warum?

Der Dachziegel-Hersteller steht im Fokus vom amerikanischen Dachbaustoff-Hersteller Standard Industries.

Standard Industries veröffentlichte am Donnerstag ein freiwilliges Übernahme-Angebot an alle Aktionäre von Braas Monier in Höhe von 25 € je Aktie.

Damit würde das Unternehmen, dessen Zentrale im hessischen Oberursel beheimatet ist, inklusive Schulden mit 1,9 Mrd. € bewertet.

40% bereits sicher

Bereits am Mittwoch war das Interesse durchgesickert und hatte die Braas-Monier-Aktie von 21,79 € auf 26,25 € hochkatapultiert. Gestern schloss sie bei 26,05 €.

Warum notiert die Aktie nun oberhalb der angebotenen 25 €?

Die Anleger spekulieren darauf, dass die US-Amerikaner in den kommenden Wochen ihr Angebot noch kräftig erhöhen werden.

Aktuell hat Standard Industries knapp 40% der Anteile sicher. Im vergangenen Juni hatte der Konzern über seine Investment-Tochter 40 North dem größten Einzelaktionär Monier Holdings 29% der Anteile abgekauft.

Nun will Monier auch seine restlichen 10,8% an Standard Industries verkaufen. Die restlichen 60% will Standard Industries nun auch schnell einwerben.

Aber ob sich die Investment-Gesellschaften Wellington (Anteil an Braas Monier: 9,89%) und Lucerne (5,05%) mit 25 € je Aktie zufriedengeben?

Schwierig wird es für Standard Industries auch mit den 45%, die sich allesamt im Streubesitz befinden.

Finaler Übernahmekurs jenseits der 30-€-Marke?

Während Analysten bereits auf einen finalen Übernahmekurs jenseits der 30-€-Marke spekulieren, rührt das US-Management die Werbetrommel und betont, dass sich die beiden Unternehmen perfekt ergänzen würden.

Und tatsächlich: Standard Industries, das vor allem auf Flachdächer für Gewerbe-Immobilien fokussiert, erzielt 3/4 seines Umsatzes in den USA.

Braas Moniers Schwerpunkt liegt hingegen bei Steildach-Systemen für den Wohnungsbau.

Zudem macht das Unternehmen 90% seines Umsatzes in Europa. Gemeinsam würde ein großer Marktplayer mit einem Jahres-Umsatz von 5,1 Mrd. Dollar entstehen.

Für manchen Anleger stellt diese Aussicht auf ein starkes Unternehmen ein Kaufgrund dar, andere wiederum spekulieren auf einen automatisch steigenden Kurs der Braas-Monier-Aktie im Zuge eines länger andauernden Übernahmekampfs.

17. September 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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