Gewinne im Fokus

Können Sie sich noch an Zeiten von vor 30 Jahren erinnern?

Selbst wenn Sie jünger sind und nur 10 oder 15 Jahre zurückdenken können, so werden Sie bestätigen, dass früher weniger geknipst wurde als heute.

Heute gibt es kaum eine Familienfeier, bei der nicht fleißig fotografiert wird. Auch Konzerte oder andere Events werden fleißig von Hobby-Fotografen festgehalten.

Hinzu kommt die wachsende Anzahl von ambitionierten Hobby-Fotografen, die einen hohen Anspruch an Qualität und Ausrüstung haben. Viele dieser Fotografen setzen auf Apparate von Canon.

Canon Inc. ist einer der weltweit führenden Hersteller von Bürotechnik (Kopierer, Laserprinter, Scanner, Injekt-Drucker, Fax), Kameras, optischen Produkten, Halbleitern, Kommunikations-Systemen und Medizintechnik.

Der japanische Technologie-Konzern zeichnet sich als sehr innovatives Unternehmen aus, das viele technische Standards setzt (z. B. SED-Technologie bei Flachbildschirmen).

Canon denkt an die Zukunft

Canon musste im 1. Quartal herbe Rückschläge verkraften. Der Foto-Konzern litt unter der schwindenden Nachfrage und der starken Konkurrenz.

Insbesondere das starke Smartphone- und Tablet-Geschäft belasten die operative Geschäfts-Entwicklung. Die Technik von Apple & Co. ist mittlerweile so weit ausgereift, dass eine klassische Digitalkamera überflüssig ist.

Canon hat bislang noch keinen überzeugenden Weg gefunden, um dieser strukturellen Veränderung entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Das operative Geschäft gerät immer mehr unter Druck. Im 1. Quartal sank der Umsatz um 7% auf 797 Mrd. Yen.

Der Gewinn brach dabei um fast 18% auf rund 26 Yen pro Aktie ein. Um wieder profitabler zu werden, möchte sich Canon zukünftig stärker auf das Geschäft mit 3D-Druckern konzentrieren.

Dieser Markt steckt noch in den Kinderschuhen, könnte aber schnell eine profitable Dynamik entwickeln. Durch das frühzeitige Investieren sichert sich Canon eine privilegierte Marktstellung und kann so die Konkurrenz besser ausloten.

Bei Canon läuft noch nicht alles rund

Neben dem innovativen 3D-Drucker- Geschäft setzt Canon aber künftig auch wieder stärker auf den klassischen Drucker.

Besonders kleine Büros und Freiberufler stehen hier im Vordergrund der Produkt-Überlegungen. Allerdings erwarten wir hier wenige Wachstums-Chancen. Der Markt ist gesättigt.

Das weitaus profitablere Geschäft mit Tinten-Patronen ist fast vollständig in der Hand von billigen Drittanbietern aus China. Canon wird es nicht leicht haben.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir deshalb eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung. So innovativ Canon auch ist, lassen Sie von der Aktie besser die Finger und warten Sie zunächst ab.

18. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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