Gewinner und Verlierer der Papier-Industrie

Die deutsche Zellstoff- und Papier-Industrie hat im 1. Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum eine leicht positive Mengen-Entwicklung verbucht:

Papier-Industrie mit leicht positiver Mengen-Entwicklung

Die Produktion erhöhte sich um 1,1% auf 11,3 Mio. t. Der Gesamt-Absatz der deutschen Zellstoff- und Papier-Industrie hat mit insgesamt +0,5% ebenfalls zugelegt.

Auslands- und Inlands-Absatz entwickelten sich allerdings unterschiedlich:

Während der Inlands-Absatz der deutschen Zellstoff- und Papier-Industrie mit einem Plus von 3% auf 6,3 Mio. t zunahm, ging der Absatz auf den Auslandsmärkten um 2,4% auf 5,1 Mio. t zurück.

Ursächlich hierfür war insbesondere der Absatz-Rückgang in den außereuropäischen Regionen um 9,8%. Positive Impulse kamen dagegen aus Osteuropa.

Positive Entwicklung bei Verpackungen

Während sich die Entwicklung in der Zellstoff- und Papier-Industrie positiv gestaltete, verlief die Entwicklung in den einzelnen Sparten sehr unterschiedlich:

Die Entwicklung beim Absatz von Verpackungs-Papieren und -karton, Spezial-Papieren sowie Hygiene-Papieren war spürbar positiv.

Bei Mayr-Melnhof lagen sowohl die Produktion als auch die verkaufte Tonnage mit 839.000 t bzw. 844.000 t leicht über den Vorjahres-Werten.

Mit der Übernahme der französischen Ileos hat sich Mayr-Melnhof einen neuen Markt erschlossen: Faltschachteln für die Pharma-, Kosmetik- und Luxusgüter-Industrie.

Die Nachfrage auf dem europäischen Faltschachtelmarkt verlief verhalten. Durch Effizienz-Steigerungen in der Produktion gelang Mayr-Melnhof Packaging eine insgesamt solide Performance.

Rückgang bei grafischen Papieren hält an

Der Absatz-Rückgang bei den grafischen Papieren hält unvermindert an. Die Schwäche resultierte aus dem Nachfrage-Rückgang bei den gestrichenen grafischen Papieren.

Hauptursache für den andauernden Rückgang des Absatzes ist nach wie vor der sich seit Jahren wandelnde Medien-Konsum der Verbraucher:

Rückläufige Abonnenten-Zahlen bei Zeitungen und Zeitschriften sowie sinkende Auflagen einerseits und die Verlagerung von Werbe-Anzeigen in elektronische Medien andererseits verringern die Nachfrage nach grafischen Papieren.

Stora Enso hat darauf mit einem Schwenk des Geschäftsmodells reagiert: weg von den Zeitungs-Papieren mit niedrigen Margen und hin zu den profitableren Lebensmittel-Verpackungen.

Auf der Drupa präsentierte Stora Enso eine breite Palette von Papier- und Karton-Lösungen, die von nachhaltigen Papier-Herstellungsverfahren bis hin zu innovativem Druck- und Verpackungs-Design reichen.

UPM verkauft ein weiteres Papierwerk und hat eine Vereinbarung zum Verkauf des Werkes Schwedt an LEIPA unterzeichnet. LEIPA wird den Standort zur Herstellung von Liner-Produkten umwandeln.

Wie haben sich unsere Unternehmen entwickelt?

Int’l Paper ist seit Anfang des Jahres mit einem Kursgewinn von 30% der Top-Performer in der Papier-Branche. Der Vergleichs-Index S&P brachte es nur auf 5,4%.

Auf Platz 2 schaffte es mit 27% die Cham Paper Group. Der Konzern profitierte von der erfolgreichen Umstrukturierung. Die Produktions-Verlagerungen und die umfassende Modernisierung der Fabriken in Italien wurden abgeschlossen.

Schlusslicht mit -14% ist BIC. Schuld sind die Emerging Markets; dort ist der Umsatz um 10% eingebrochen.

Insgesamt hat sich die Branche mit +2,89% positiv entwickelt. Zum Vergleich liegt der DAX mit -4,35% deutlich darunter.

9. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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