Gewinnhebel bislang nur bei großen Goldminen aktiv

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Wenn der Goldpreis steigt, dann steigen die Minen deutlich stärker. Das steckt hinter dem Gewinnhebel bei Minenaktien. (Foto: TTstudio / shutterstock.com)

An dieser Stelle habe ich Ihnen regelmäßig den Hebel bei Minenaktien präsentiert. Dahinter steht eine einfache Rechnung: Sobald Goldpreis zulegt, gewinnen die Minenaktien an der Börse überdurchschnittlich hinzu. Genau das haben wir seit dem Sommer immer wieder beobachten können. So hat der Goldpreis zwischen Juni und September 18 % hinzugewonnen. Das ist ein ordentlicher Zuwachs.

Doch im gleichen Zeitraum ging es bei den großen Goldminenaktien deutlich stärker nach oben: Barrick Gold schaffte 62 %, Kinross Gold stieg um 68 %, bei Newmont Goldcorp waren es 35 % und Agnico Eagle Mines legte 54 % zu. Ich könnte diese Liste fortführen. Sie sehen aber ganz deutlich, dass zuletzt der Gewinnhebel wieder ganz stark gegriffen hat.

Doch eins muss ihn auch klar sein: dieser Gewinnhebel hat vor allem bei den großen Produzenten gegriffen. Die Junior-Unternehmen mit einer kleinen Produktion oder die Explorationsunternehmen, die erst noch mit der Produktion starten, haben sich mehr oder weniger seitwärts bewegt.

Dieser Sektor hat den nächsten massiven Anstieg überhaupt erst noch vor sich. Doch wann wird das passieren? Die Antwort auf diese Frage ist nicht so kompliziert: Wenn die Masse der Investoren diesen Sektor wiederentdecken wird. Das ist definitiv noch nicht der Fall. Aktuell hat die Masse der Investoren so gut wie überhaupt keine Goldanlagen im Depot. Hierzu hat der US-Experte Frank Holmes erst kürzlich einen spannenden Chart veröffentlicht. So liegt der durchschnittliche Goldanteil in den Depots derzeit nur bei 0,6 %. Darin sind sowohl die physischen Goldanlagen als auch die Goldminenaktien zusammenfasst.

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Gold in den Depots: Noch weit entfernt von den Rekordständen

Diese Zahl war sogar mit rund 0,3 % im Jahre 2018 noch deutlich geringer als jetzt. Sie sehen also schon, dass die positive Entwicklung am Goldmarkt in den vergangenen Monaten Investoren wieder angelockt hat. Aber wir sind noch weit von den Höchstständen entfernt. Die gab es wie nicht anders zu erwarten ist im Jahre 2011, als der Goldpreis mit über 1.900 USD sein bisheriges Allzeithoch erreichte. Damals lag der Goldanteil in den Depots durchschnittlich bei rund 1,6 %.

Und jetzt wird es tatsächlich spannend: Nach dem massiven Anstieg bei den Standardaktien in diesem Jahr, erscheint eine Korrektur in diesem Segment immer wahrscheinlicher. Doch dann sucht sich das Geld oft unterbewertete Sektoren heraus, die jetzt noch kaum jemand auf der Rechnung hat. Und genau hier kommen dann die Minenwerte ins Spiel.

Sie sehen also deutlich: Sollte es bei den Standardaktien in der nächsten Zeit eine klare Korrektur geben, stehen die Chancen gut, das der Goldminensektor hier zu den Gewinnern zählen wird.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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