GFT-Aktie: IT-Dienstleister setzt Höhenflug fort

Eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle haben die Anleger mit der GFT-Aktie in den vergangenen Jahren erlebt:

Erst stieg die Aktie in weniger als 5 Jahren um mehr als 1.000% auf 32 € im Dezember 2015, bevor die Papiere in eine längere Konsolidierungs-Phase eingetreten sind.

Getrieben durch mögliche Einbußen durch den Brexit wurde die Aktie regelrecht abgestraft und bis auf unter 17 € gedrückt.

Doch in den vergangenen Monaten hat die Stimmung wieder gedreht: Ein Kursplus von 25% zeigt, dass die Investoren offenbar wieder positiv in die Zukunft blicken.

Ist die Kurserholung nur ein Strohfeuer oder durch die operative Entwicklung untermauert?

Geht der BrExit wirklich spurlos an dem IT-Dienstleister vorüber? – Immerhin stammen über 40% der Umsätze aus Großbritannien…

GFT – IT-Dienstleister mit Banken-Fokus

Falls Ihnen die GFT-Aktie noch nicht bekannt ist. Das TEC-DAX-Unternehmen konzipiert und realisiert IT-Lösungen mit Fokus auf die Bereiche Finanzdienstleistungen und Logistik.

Dabei bietet der Konzern als Dienstleister im IT-Umfeld ein breites Leistungs-Spektrum von der kundenspezififischen Software-Entwicklung, über die Beratung bis hin zur System-Integration.

Die Kernkompetenz von GFT liegt im Bereich IT-Dienstleistungen für Banken und Versicherungen.

In diesem Sektor verfügt man über hohes Projekt-Know-How und umfassende Kenntnisse der Geschäfts-Prozesse.

Starke Marktposition und hohe wiederkehrende Umsätze

Aufgrund des langjährigen Track Records als verlässlicher IT-Partner im Finanzdienstleistungs-Sektor (ca. 2/3 der Umsätze) wird GFT trotz verhältnismäßig geringer Unternehmens-Größe als Branchen-Experte wahrgenommen.

Durch den Fokus auf Core Banking-Applikationen erreicht GFT eine hohe Kundenbindung.

Besonders beeindruckend ist die gute Planbarkeit der Geschäfts-Entwicklung. Denn quasi-wiederkehrende Umsätze tragen fast 2/3 zu den Gesamt-Erlösen des Unternehmens bei.

Die Kenntnis der Software-Schnittstellen des Kunden stellt zugleich eine hohe Markteintritts-Barriere für mögliche Wettbewerber dar.

Kursschwäche durch BrExit

Die BrExit-Abstimmung war für den deutschen IT-Dienstleister kein erfreuliches Ereignis. Denn über 40% der Erlöse werden in Großbritannien erwirtschaftet.

Dennoch schienen die Sorgen der Anleger übertrieben. Alleine im zurückliegenden 3. Quartal konnte GFT seine Erlöse um 15% auf 106,25 Mio. € steigern.

Wie schon im Vorquartal waren Digitalisierungs-Projekte der Retail-Banken in Kontinental-Europa der größte Umsatztreiber.

Das Vorsteuer-Ergebnis (EBIT) verbesserte sich hingegen unterproportional um 7% auf 9,11 Mio. €.

Konzernführung hält an Jahres-Planung fest

Unterdessen zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und hält an den Jahreszielen fest.

Demnach rechnet GFT für das Gesamtjahr mit einem Umsatz in Höhe von 420 Mio. € (2015: 373,51 Mio. €) und einem Gewinn vor Steuern von 33 Mio. € (2015: 32,52 Mio. €).

Damit wird die Marge zwar rückläufig sein, der Wachstums-Trend bleibt aber vorerst ungebrochen.

Neben der Digitalisierung profitiert GFT auch von der Regulierungswelle in der Bankenlandschaft. Die neuen Vorschriften müssen nämlich vor allem im IT-Bereich umgesetzt werden.

Regulierung kann nicht verschoben werden

Das ist für GFT ein entscheidender Vorteil. So resultiert auch in Großbritannien ein Großteil der Umsätze aus der Wartung bestehender Lösungen und der Regulierung.

Da Banken an regulatorische Fristen gebunden sind, gibt es wenig Raum, IT-Ausgaben zu verschieben.

Nach dem BrExit müssen die britischen Banken entweder 2 regulatorischen Rahmenbedingungen folgen (europäische und eine möglicherweise abweichende britische Regulierung) oder die UK-Regelung wird die EU-Regelung nachahmen.

In beiden Szenarios werden die Geschäfts-Aussichten von GFT zumindest gleich bleiben.

Vor diesem Hintergrund ist es durchaus nachvollziehbar, dass der starke Kursverfall des letzten Jahres ein Ende gefunden hat.

Ob die Erholung andauert, wird aber nicht zuletzt von der Entwicklung der Gewinnmargen abhängen.

6. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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