GFT-Aktie: IT-Dienstleister zurück auf dem Wachstumspfad

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Die Aktien des IT-Dienstleisters GFT sind nichts für schwache Nerven: Das Unternehmen ist zurück auf dem Wachstumspfad, der Titel ist dennoch unter Druck. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die Aktien des IT-Dienstleisters GFT sind wirklich nichts für schwache Nerven. Einem jahrelangen Höhenflug (2008 bis 2015 von 1,06 Euro bis auf über 32 Euro) folgte ein massiver Einbruch: Bis zum Sommer vergangenen Jahres rauschten die Papiere bis auf 6,25 Euro in den Keller bevor eine imposante Gegenbewegung die Aktie wieder bis auf über 14 Euro nach oben trieb.

Seither purzelte die Aktie aber im Sog der Corona-Panik wieder um mehr ein Viertel nach unten. Dabei waren die gerade präsentierten Zahlen keinesfalls schlecht. Ganz im Gegenteil: Die Neuaufstellung des Konzerns scheint zu langsam zu greifen. Die Erwartungen der Analysten konnten sogar übertroffen werden.

IT-Lösungen für die Banken-Branche

GFT ist ein IT-Services-Unternehmen mit dem Fokus auf die Entwicklung und Wartung kundenspezifischer Core Banking Software-Lösungen. Core Banking-Lösungen umfassen: die Aktiv-/Passiv-Steuerung, das Risiko-Management, Compliance-Software, Internet- und Mobile Banking, das Kunden-Management sowie Lösungen für das sogenannte Multi-Channel-Marketing.

Hohe Kundenbindung gepaart mit hohen wiederkehrenden Umsätzen

Jahrelang erfreute sich die GFT-Aktie enormer Beliebtheit. Das hatte auch seinen guten Grund: Denn aufgrund des langjährigen Track Records gilt GFT als verlässlicher IT-Partner im Finanzdienstleistungs-Sektor. Durch den Fokus auf Core Banking-Applikationen erreicht GFT eine hohe Kundenbindung. Quasi-wiederkehrende Umsätze tragen ca. 2/3 zu den Gesamt-Umsätzen bei. Zugleich stellt die Kenntnis der Software-Schnittstellen des Kunden eine hohe Markteintritts-Barriere für mögliche Wettbewerber dar.

Abhängigkeit von Großkunden reduziert

In den letzten Jahren versuchte GFT die Abhängigkeit von seinen beiden Großkunden (Deutsche Bank und Barclays) zu reduzieren – mit Erfolg. Der Umsatzanteil der beiden wichtigsten Kunden nahm zuletzt um 12 Prozentpunkte auf 28% ab. Damit hat das Unternehmen sein Ziel von weniger als 30% Umsatzbeitrag mit den beiden Schlüsselkunden erreichen können. Im Gegenzug konnte das Geschäft im Versicherungsbereich und mit Industriekunden weiter ausgebaut werden.

Umsatz über den Erwartungen

Mit dem gerade präsentierten Zahlenwerk konnten die Stuttgarter ihre eigenen Erwartungen übertreffen. So kletterte der Umsatz in 2019 um 4% auf 428,9 Millionen Euro. Die eigene Prognose konnte somit um 8,9 Millionen Euro übertroffen werden. Allerdings musste der Konzern bei der Profitabilität einen Rückgang verzeichnen. Die Vorsteuergewinnmarge ging von 6 auf 4,8% zurück. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 14 Millionen Euro übrig (Vorjahr: 20 Millionen Euro).

Versicherungen gewinnen massiv an Bedeutung

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit moderaten Auswirkungen infolge des Coronavirus. Der Umsatz soll um 6% auf 455 Millionen Euro ansteigen. Beim Vorsteuerergebnis sollen 20 Millionen Euro hängen bleiben. Dabei soll der Umsatzbeitrag der beiden Top-Kunden nochmals um 10 Prozentpunkte auf 18% reduziert werden.

Im Gegenzug soll die Versicherungsbranche weiter an Bedeutung gewinnen: Lag der Umsatzbeitrag in 2017 noch bei 3%, soll er im laufenden Geschäftsjahr bereits bei 15% liegen. Mittelfristig soll der Beitrag sogar auf 20% ansteigen. Zeitgleich soll der Umsatzbeitrag der Industriekunden von zuletzt 11% auf 20% gesteigert werden. Damit würde die Bedeutung des Bankensektors entsprechend von 80 auf zukünftig 60% sinken. %

Ausschüttungsquote soll wieder reduziert werden

Für 2019 will GFT seinen Anlegern eine Dividende von 30 Cent je Aktie ausschütten. Das entspricht einer Dividendenrendite von aktuell 3,2% und einer Ausschüttungsquote (Dividendenauszahlung im Verhältnis zum Nettogewinn) von 58%. Zukünftig soll die Quote zwischen 20 und 50% liegen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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