GFT: Die Halbjahres-Zahlen nach der Gewinn-Warnung

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie die Halbjahres-Zahlen des IT-Dienstleisters GFT ausgefallen sind und wie es nun weitergehen könnte: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Vor 4 Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle von der heftigen Umsatz- und Gewinn-Warnung des im TecDax notierten IT-Dienstleisters GFT berichtet.

Das auf IT-Dienstleistungen für die Finanz-Branche spezialisierte Unternehmen musste im Rahmen der im Juli veröffentlichten Umsatz- und Gewinn-Warnung sowohl seine Prognose für das laufende Jahr als auch die Mittelfrist-Prognose nach unten anpassen.

Heute hat GFT seine Zahlen für das 1. Halbjahr 2017 vorgelegt und seine am 10. Juli vorgelegte (gekürzte) Jahres-Prognose bestätigt.

Halbjahres-Bilanz von GFT: Umsatz rauf, Ergebnis runter

GFT steigerte den Umsatz im 1. Halbjahr 2017 um 5% auf 217,77 Mio. €.

Bereinigt um den Umsatz-Beitrag des im April 2016 übernommenen IT-Konzerns in Brasilien in Höhe von 5,22 Mio. € (1. Halbjahr 2016: 1,22 Mio. €) erzielte GFT in den ersten 6 Monaten dieses Jahres ein organisches Umsatz-Wachstum von 3%.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im 1. Halbjahr mit 18,34 Mio. € um 15% unter dem Vorjahreswert.

Das EBITDA wurde u. a. von nachteiligen Währungs-Effekten (Schwäche des britischen Pfunds und des brasilianischen Real) belastet.

Darüber hinaus wirkten sich Restrukturierungs-Maßnahmen und Personal-Aufwendungen für erfolgsabhängige Verpflichtungen aus Firmen-Erwerben negativ auf das EBITDA aus.

Bereinigt um diese Sondereffekte lag das EBITDA im 1. Halbjahr mit 20,24 Mio. € um 6% bzw. 1,30 Mio. € unter dem Vorjahres-Ergebnis.

Der Vorsteuer-Gewinn (EBT) sank im 1. Halbjahr um satte 35% auf 9,52 Mio. €. Darin enthalten ist eine Wertberichtigung auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 2 Mio. €.

Das bedeutet: GFT hat einen Geschäfts- oder Firmenwert nach unten korrigiert, der zuvor zu hoch in der Bilanz angesetzt war.

Wenig erfreulich – neben der Ergebnis-Entwicklung im 1. Halbjahr – ist auch die folgende Tatsache:

dass der Ergebnis-Rückgang sowohl auf Ebene des EBITDA als auch auf EBT-Ebene im 2. Quartal größer ausgefallen ist als im 1. Quartal.

Zudem war der Umsatz im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum rückläufig. Die jüngsten Entwicklungen geben also nicht gerade Anlass zu Optimismus.

Jahres-Prognose bestätigt

Positiv ist jedoch, dass wenigstens die im Vormonat nach unten angepasste Jahres-Prognose bestätigt wurde.

So rechnet das GFT-Management für das Gesamtjahr 2017 weiterhin mit einem Umsatz von 425 Mio. €, einem EBITDA von 42 Mio. € und einem EBT von 26 Mio. €.

Wenn diese Werte tatsächlich erreicht werden, sollte wieder etwas mehr Vertrauen in die Prognosen des Unternehmens entstehen.

Dennoch sind die alten Höchststände aus dem Jahr 2015 bei rund 32 € für die GFT-Aktie derzeit meilenweit entfernt.

Sollte in naher Zukunft noch einmal eine Prognose-Anpassung nach unten notwendig sein, kann es trotz des Minus von 50% in weniger als 2 Jahren noch ein ganzes Stück weiter nach unten gehen für die GFT-Aktie.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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