GFT Technologies: Ist das Schlimmste überstanden?

Die GFT-Aktie macht ein schweres Jahr 2017 durch. Wann geht es wieder aufwärts? – Antworten auf diese und andere Fragen gibt's hier: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Anleger von GFT Technologies hatten in den letzten Monaten wenig Grund zur Freude: Seit Sommer ist aus der Seitwärts-Bewegung der Aktie eine Abwärts-Bewegung geworden.

Und  gestern wurde der (zumindest) vorläufige Tiefpunkt erreicht: Eine Prognose-Senkung sorgte für ein 2-stelliges Tages-Minus.

Ich möchte hier der Frage nachgehen, ob endlich alle Negativ-Nachrichten in den Kursen eingepreist sind und sich für spekulative Anleger eine Turnaround-Chance bietet.

GFT im Unternehmens-Portrait

Die GFT Technologies SE (GFT) zählt zum Technologi-Ppartner für die digitale Transformation im Finanz-Sektor.

So vertrauen führende Banken und Versicherungen auf die IT- und Beratungs-Kompetenz der GFT bei der Lösung von komplexen Herausforderungen ihrer Branche.

Diese umfasst Lösungen für die Umsetzung regulatorischer Vorgaben und die Digitalisierung von Geschäfts-Prozessen.

Der Konzern wurde 1987 gegründet und beschäftigt heute weltweit mehr als 500 Mitarbeiter.

Schwache Nachrichtenlage

Wie erwähnt, sind die Anteilseigner des Unternehmens Kummer gewöhnt: So wurde bereits im März der Ausblick auf das Gesamtjahr gesenkt.

Das Management beklagte zum Jahresstart die Investitions-Zurückhaltung britischer und US-amerikanischer Banken vor dem BrExit und vor möglichen Deregulierungen in den USA.

Diese Tendenz hat sich jetzt fortgesetzt, wie die Meldung von gestern gezeigt hat.

Jetzt rechnet die Konzernführung damit, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) insgesamt bei 34 Mio. € liegen dürfte – bislang waren 42 Mio. € geplant.

Der Umsatz wird unterdessen statt der bislang anvisierten 425 Mio. nur 415 Mio. € erreichen, und bei den Jahres-Erlösen ist sogar mit einem Rückgang zu rechnen.

Es ist also kein Wunder, dass die Aktie auf Talfahrt ging. Ein Blick zurück zeigt aber, dass es auch im März – nach dem anfänglichen Schock – wieder nach oben ging.

Insgesamt sind die 9-Monats-Zahlen auch gar nicht so schlecht, wie die Performance erwarten lässt:

Zwar sank das operative Ergebnis (Ebitda) um 14 % auf 29,1 Mio. €, der Umsatz konnte allerdings um 0,7 % auf 316,5 Mio. € zulegen.

Kennzahlen recht günstig, Risiko aber hoch

Unterdessen lohnt sich auch ein Blick auf die Bilanz-Kennziffern:

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 18 präsentiert sich der Wert optisch recht günstig. Hinzu kommt noch eine Dividendenrendite von knapp 2%.

Sollte der Konzern allerdings aufgrund von den eher schleppenden Geschäften eine Dividenden-Anpassung nach unten vornehmen, könnte dies abermals für miese Stimmung unter den Anlegern sorgen.

Insgesamt rechne ich damit, dass die Investitions-Zurückhaltung und die Sparprogramme der Banken bald der Vergangenheit angehören. Dann könnte auch GFT wieder gesucht werden.

Allerdings ist es fraglich, ob dieser Zeitpunkt schon jetzt erreicht ist.

Hier lohnt es sich für Sie bzgl. der Aktie von GFT Technologies die alte Börsen-Weisheit „Greife nie in ein fallendes Messer!“ zu beherzigen und eine Bodenbildung des Aktienkurses abzuwarten.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.