Gibt es 2021 ein Comeback der Cannabis-Aktien?

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Nachdem Cannabis-Aktien jahrelang von den Anlegern links liegen gelassen wurden, zeigen sich erste Erholungstendenzen. Nicht zu Unrecht. (Foto: Yarygin / shutterstock.com)

Als die Kurse der Cannabis-Aktien vor einigen Jahren nach oben schossen, war dies ein Hype, der ein schnelles Ende fand. Ich hatte damals vor einem Einstieg in Cannabis-Aktien gewarnt.

Zu weit waren damals die Erwartungen bzw. Hoffnungen der Anleger und die Realität (operatives Geschäft der Unternehmen) auseinander gegangen.

Inzwischen hat sich die Lage geändert. Das operative Geschäft ist erheblich weiter fortgeschritten und die Bewertungen befinden sich (zumindest zum Teil) auf einem vernünftigen Niveau. Zudem könnte die Legalisierung von Cannabis in den USA – nach der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten – weiter vorangetrieben werden. Das sind gute Gründe, sich einmal näher mit der Branche zu beschäftigen.

Rechtlicher „Flickenteppich“ in den USA lastet auf der Branche

In den USA ist Cannabis auf Bundesebene immer noch illegal, jedoch haben zahlreiche Bundesstaaten abweichende Regelungen getroffen. Der Alltagskonsum von Cannabis ist inzwischen in 15 Bundesstaaten mit insgesamt rund 100 Mio. Einwohnern erlaubt, darunter bevölkerungsreiche Staaten wie Kalifornien, Michigan, Illinois und Massachusetts.

Trotzdem ist das alles ein rechtlicher „Flickenteppich“ und für die Cannabis-Branche mit erheblichen Nachteilen verbunden. Beispielsweise ist es nicht erlaubt, Cannabis über Bundesstaatengrenzen hinweg zu transportieren. Dies gilt sogar für zwei angrenzende Bundesstaaten, in denen die Nutzung erlaubt ist. Denn ein Überqueren von Bundesstaatsgrenzen fällt in die Zuständigkeit von Bundesrecht. Daher müssen die Cannabis-Unternehmen in jedem Staat, in dem sie ihr Cannabis verkaufen, auch entsprechende Anbauflächen anlegen.

Dies ist natürlich für die Anbieter höchst ineffizient und ein Grund dafür, dass fast alle großen Cannabis-Unternehmen (noch) hohe Verluste einfahren.

Unter dem neuen US-Präsidenten könnte die Legalisierung fortschreiten

Während Donald Trump kein Interesse daran hatte, die Legalisierung von Cannabis voranzutreiben, dürfte sein Nachfolger offener dafür sein. Dahinter steht übrigens auch die breite Mehrheit der US-Bevölkerung – über zwei Drittel der US-Bürger sprechen sich in aktuellen Umfragen für eine vollständige Legalisierung von Cannabis aus. Bei den jüngsten Wahlen im November gewannen außerdem Pro-Cannabis-Wahlvorschläge in fünf von fünf Bundesstaaten, u.a. auch im konservativen South Dakota.

Cannabis-Aktien: Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt

Im Cannabis-Hype vor einigen Jahren kauften die Anleger für kurze Zeit alle Cannabis-Aktien, die sie in die Finger kriegen konnten. Inzwischen hat sich bei den Cannabis-Aktien aber die Spreu vom Weizen getrennt. Während einige Cannabis-Unternehmen immer noch unter den Folgen des zwischenzeitlichen Überangebots leiden und massive Verluste einfahren, können andere hohe Wachstumsraten vorweisen und sind gar nicht mehr weit von der Gewinnzone entfernt.

Sollten weitere Schritte zur Legalisierung von Cannabis in den USA eingeleitet werden, dürfte dies den Kursen der betreffenden Aktien jedenfalls enormen Aufschwung verleihen.

In der nächsten Woche werde ich Ihnen die wichtigsten Cannabis-Aktien einmal näher vorstellen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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