Gilead-Aktie: Günstige Einstiegs-Gelegenheit?

Auf den 1. Blick empfiehlt sich die Aktie von Gilead Sciences in diesem Jahr nicht gerade zum Kauf; um mehr als 20% ist der Kurs auf Jahressicht eingebrochen.

Noch im November vergangenen Jahres notierte das Papier bei mehr als 100 €, inzwischen kostet die Aktie nicht einmal mehr 70 €.

Bei längerfristiger Betrachtung jedoch sieht die Bilanz ganz anders aus: Wer vor 5 Jahren investiert hat, hat seinen Einsatz heute mehr als verdreifacht.

Auch innerhalb der letzten 3 Jahre ließ sich noch ein Plus erzielen, wenn auch „nur“ um gut 40%.

Blockbuster Sovaldi

Besonders in den Jahren 2014 und 2015 lief es richtig gut für Gilead: Dem Konzern gelang das, was man in der Branche gemeinhin als Blockbuster bezeichnet: Sovaldi.

Das Medikament zur Behandlung von Hepatitis-C-Erkrankungen schlug am Markt ein wie eine Bombe und verkaufte sich seit seiner Markteinführung extrem gut.

Der Bereich Hepatitis C spielte bis 2012 keine Rolle für Gilead. Das Unternehmen war bis dato auf Medikamente zur HIV-Therapie spezialisiert. 80% des Gesamt-Umsatzes wurden in diesem Bereich erzielt.

Doch dank Sovaldi ist das HIV-Geschäft inzwischen nur noch eine Teilsparte, deren Anteil am Konzern-Umsatz auf 30% zusammengeschmolzen ist – und das, obwohl sich der Bereich nicht wesentlich verkleinert hat.

Hohe Margen

Stattdessen ist Hepatitis C als Einnahmequelle neu hinzugekommen und spülte mal eben 19 Mrd. Dollar in die Kasse.

Inzwischen sind auch Wettbewerber wie Merck auf den Zug aufgesprungen, der Siegeszug von Sovaldi hat seinen Zenit bereits überschritten, Experten rechnen nicht mit weiterem Wachstum auf diesem Gebiet.

Doch selbst bei rückläufigen Zahlen rechnen Beobachter noch mit einem Umsatz von 10 Mrd. Dollar bis 2019 aus dem Hepatitis-C-Geschäft.

Und das Beste daran: 90% davon können einer aktuellen Analysten-Studie zufolge als Gewinn verbucht werden.

Die Cashcow Sovaldi kann also weiter gemolken werden, während der angestammte HIV-Bereich wieder an Bedeutung gewinnen dürfte.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von weniger als 7 gilt die Gilead Aktie als günstig.

Die prognostizierten Einnahmen aus dem Hepatitis-C-Geschäft bis 2020 entsprechen fast der Hälfte des aktuellen Börsenwerts des Unternehmens.

Gilead Aktie: ein Schnäppchen?

Auch zahlreiche Analysten bewerten das Papier positiv und sprachen zuletzt Kaufempfehlungen aus:

Die Kurs-Ziel-Prognosen für die kommenden 12 Monate liegen dabei bei rund 100 €; das entspricht einem Kurspotenzial von gut 30%.

Das Beispiel zeigt, dass auch rückläufige Umsatz-Zahlen, die auf den 1. Blick zunächst meist abschreckend auf Anleger wirken, nicht zwangsläufig schlecht sein müssen, solange sie sich auf hohem Niveau einpendeln – und die als Gewinn zu verbuchende Marge stimmt.

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14. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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