Gilead Aktie: Kommt bald der nächste Mega-Deal?

2014 wird als ein goldenes Jahr in die Geschichte von Gilead Sciences eingehen. Sovaldi, ein Mittel zur Bekämpfung von Hepatitis C, wurde auf den Markt gebracht und entwickelte sich prompt zum Kassenschlager. Allein in diesem ersten Jahr der Markteinführung hat das Medikament dem Pharmakonzern rund 10 Milliarden US-Dollar in die Kassen gespült. Ein Ende des Erfolgs ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil.

Dass es diesen Erfolg für sich verbuchen kann, verdankt Gilead einem strategisch klugen Zukauf. Erst die Übernahme von Pharmasset im Jahr 2012 brachte Sovaldi ins Portfolio des Konzerns, und das war nicht der einzige Erfolg dieser Art.

Gilead vor neuen Zukäufen?

Insofern verwundert es kaum, dass an den Märkten längst über weitere Zukäufe spekuliert wird – zumal das Unternehmen sein Finanzpolster gerade noch einmal kräftig aufgestockt hat. Zusätzlich zu den Barreserven in Höhe von etwa 14,7 Milliarden Dollar hat Gilead nun noch ein Darlehen im Wert von 10 Milliarden Dollar aufgenommen – wozu, wenn nicht für weitere Übernahmen?

Das auf fünf Jahre angelegte Aktienrückkaufprogramm ist „nur“ 15 Milliarden Dollar schwer und könnte somit theoretisch problemlos auf einen Schlag finanziert werden. Auch der Free Cashflow ist in den vergangenen Jahren stetig angewachsen.

Insofern erscheint eine größere Investition in ein anderes Biotech-Unternehmen als ziemlich realistische Variante. In diese Richtung deuten nicht nur die immensen Geldreserven und die Übernahmeerfolge der Vergangenheit, sondern auch strategische Überlegungen.

Wachstumskurve wird flacher

Nach dem Sovaldi-Boom-Jahr 2014 wird die Wachstumskurve bei Umsatz und Gewinn wohl erst einmal etwas abflachen. Auch größere Innovationen in der eigenen Produktpipeline sind aktuell nicht in Sicht. Stattdessen hält das Management womöglich die Augen offen, um attraktive Zukaufoptionen zu identifizieren und dann zuzuschlagen.

Hinsichtlich konkreter Übernahmekandidaten lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt freilich nur spekulieren. Doch es gilt als wahrscheinlich, dass Gilead sich eher in bekannten Gefilden als auf neuem Terrain umsehen wird, was die zu behandelnden Krankheitsbilder angeht.

Bislang hat sich das Unternehmen vor allem auf Medikamente gegen HIV, Hepatitis C, Krebs, Blut- und Atemwegserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Probleme spezialisiert. Anhand der bisherigen Geschäftsstrategie ist davon auszugehen, dass Gilead das Angebot in seinen Spezialgebieten noch verfeinern und ausbauen wird. Dabei will das Unternehmen nach eigenen Angaben jedoch flexibel, sprich: von überschaubarer Größe bleiben.

Analysten sehen die Pläne positiv und sehen durchaus Kurspotenzial für die zuletzt relativ günstig bewertete Aktie. Die Kursziele für das Papier, das aktuell für rund 86 Euro oder 97 US-Dollar zu haben ist, liegen laut jüngsten Studien bei 120 bis 135 Dollar – und auch die Dividende kann bekanntlich aus der Portokasse gezahlt werden.

2015-10-06 Gilead Sciences


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7. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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