Gilead Aktie: Kursrutsch bietet Kaufkurse – Gewinnpotential 75 Prozent

Ohne Zweifel gehört Gilead Sciences inzwischen zu den großen Playern in der Pharmabranche. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 118 Milliarden Euro und einem Cashflow je Aktie von fast 2,50 Euro könnte es sich das Unternehmen eigentlich leisten, seine Anleger per Dividende am Erfolg zu beteiligen.

Denn Erfolge gab es in letzter Zeit genug: Das Hepatitis-C-Medikament Sovaldi verkauft sich wie warme Semmeln und spült ordentlich Erlöse in die Firmenkasse. Vom Nachfolgeprodukt Harvoni verspricht man sich ähnliches Potenzial.

Doch der Erfolg hat seinen Preis: Bevor Gilead Sovaldi auf den Markt bringen konnte, wurde erst einmal der Konkurrent Pharmasset übernommen, der an dem Wirkstoff geforscht hatte. Kostenpunkt des Mega-Deals: 11,2 Milliarden US-Dollar – eine Investition, die sich aus heutiger Sicht in jedem Fall gelohnt hat.

Expansion durch Aggression

Generell verfolgt Gilead die Strategie, über strategisch geschickte Übernahmen zu expandieren und dadurch nicht nur die eigene Größe, sondern auch das Produktportfolio auszubauen. Sage und schreibe zwölf Biopharmaunternehmen hat Gilead inzwischen unter Führung des aktuellen Chefs John Martin geschluckt – und es besteht kein Anlass zu glauben, dass sich diese Strategie in nächster Zeit ändern würde, hat sie sich doch bislang als erfolgversprechend erwiesen.

Das bedeutet aber auch, dass Barreserven eher für weitere Zukäufe zur Seite gelegt werden, anstatt sie an die Anteilseigner auszuschütten – ein Wermutstropfen für manch einen Anleger, insbesondere da andere Branchengrößen wie Amgen oder Merck & Co. quasi selbstverständlich ihre Aktionäre am Gewinn beteiligen.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Der Blick auf den Aktienkurs zeigt die Verunsicherung der Gilead-Anleger. Zwar hat sich die Aktie seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent verteuert, doch mehrere Kurskorrekturen haben sie in letzter Zeit vom Jahreshöchststand weggezogen. Dieser lag bei gut 93 Euro und wurde Ende Oktober erreicht. Gerade in den letzten Tagen ging es jedoch wieder deutlich abwärts, allein am Dienstag vor Weihnachten verlor das Papier fast 7 Prozent und fiel zurück auf nur noch knapp über 73 Euro.

Analysten sehen dennoch – oder gerade deswegen – noch Kurspotenzial und empfehlen die Aktie zum Kauf. Das Kursziel sehen dabei die meisten zwischen 120 und 130 Euro.

2014-12-23 Gilead

Kein Wunder, denn fundamental sehen die Geschäfte gut aus. Zudem liegt ein Forschungsschwerpunkt von Gilead Sciences im HIV-Bereich – gelingt hier ein Durchbruch in Sachen Therapiemöglichkeiten, dürfte sich der Aufwärtstrend ungebrochen fortsetzen.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich ein langer Atem für Anleger durchaus bezahlt macht. Allein in den letzten drei Jahren hat die Aktie ihren Wert mehr als verdreifacht. Wer also auf kurzfristige Dividenden verzichten kann und lieber längerfristig investiert, für den könnte Gilead Sciences auch 2015 interessant bleiben.

2. Januar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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