Gilead baut mit Übernahme Geschäft mit Krebsforschung massiv aus

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Gilead setzt Einkaufstour ungebremst fort: Pharmariese will Krebsspezialisten Forty Seven für 4,9 Milliarden Dollar schlucken. Deal soll neuen Wachstumsmarkt erschließen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Die führenden Pharmakonzerne kaufen weiter kräftig zu. Gefragt sind vor allem junge Biotechfirmen und Spezialisten, die Wachstum versprechen. So auch bei dem jüngsten Deal, der gerade bekanntgegeben wurde: Der US-Pharmakonzern Gilead schluckt für beinahe 5 Milliarden Dollar den Krebsforschungsspezialisten Forty Seven.

Die Kursreaktion fiel massiv aus – die Papiere von Forty Seven zogen zuletzt von 50 auf über 94 Dollar an. Aber auch den Gilead-Aktionären scheint der Zukauf zu gefallen. Denn entgegen der normalen Kursreaktion (Anm: Aktie des Käufers notiert bei der Ankündigung von einer Übernahme oftmals mit einem Abschlag) pendelte der Gilead-Kurs um die Nulllinie. Seit dem Jahreswechsel notiert die Aktie mit einem Aufschlag von rund 15%.

Gilead bietet hohe Prämie von 65%….

Bereits in der letzten Woche beflügelten Übernahmegerüchte den Forty Seven Kurs, doch jetzt ist es amtlich: Gilead will den kalifornischen Krebsspezialisten für 95,5 Dollar je Aktien in bar schlucken. Damit kommt das Objekt der Begierde auf einen Firmenwert von 4,9 Milliarden Dollar. Das entspricht einem satten Aufschlag von 65% auf den Schlusskurs vor der Übernahme.

…..und positioniert sich in spannenden Wachstumsmarkt

Dabei liegt die Intention der Übernahme auf der Hand: Gilead will wich im aussichtreichen Markt der Krebsbehandlung verstärken. Konkret dreht sich bei Forty Seven alles um das Immunsystem des Patienten, das zur Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden soll. Mit dem Zukauf setzt Gilead-Boss Daniel O’Day seine Einkaufstour ungebremst fort. Mit gezielten Übernahmen soll die Medikamenten-Pipeline gesichert werden.

Wachstumsdynamik im Kerngeschäft lässt nach

Gilead Sciences ist ein unabhängiges und weltweit operierendes Biotechnologie-Unternehmen. Kernkompetenz ist die Entwicklung von therapeutischen Lösungen für die Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten.

Dabei konzentriert sich Gilead Sciences insbesondere auf systemische Pilzinfektionen, Tumorerkrankungen, HIV und Hepatitis-B. Die Arzneimittel enthalten hauptsächlich Wirkstoffe, die im eigenen Haus entwickelt wurden. Mit der Übernahme der Biotechfirma Pharmasset hat sich Gilead verschiedene aussichtsreiche Medikamente für die Behandlung von Leberentzündungen (Hepatitis C) gesichert.

Allerdings hat die Wachstumsdynamik bei den Kernprodukten zuletzt nachgelassen. Deshalb sucht der Konzern mit Hochdruck nach neuen Einnahmequellen.

Krebsbehandlung via Antikörper

Bei Forty Seven dreht sich in der Pipeline alles um Magrolimab, einem gegen CD47 gerichteter Antikörper. Die Krebsforschung setzt große Hoffnungen in die Entwicklung solcher Antikörper. Es handelt sich dabei um einen monoklonalen Antikörper, der in frühen Studien für verschiedene Krebsarten, die das Blut und die Lymphknoten befallen, untersucht wird, darunter akute myeloische Leukämie.

Spannende Perspektiven, aber hoher Preis

So aussichtsreich die Perspektiven auch sind, so hoch ist die Summe, die Gilead auf den Tisch legt. Sie müssen wissen: Bei Forty Seven gingen im dritten Quartal gerade einmal Umsätze in Höhe von 15,7 Millionen Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich stand ein ebenso hoher Verlust (15,16 Mio. Dollar) in den Büchern. Zuletzt lag der Cash-Bestand bei 167 Millionen Dollar.

Dabei verlief die Kursentwicklung seit dem Börsengang im Juni 2018 spektakulär. Der Kurs hat sich seit dem Sprung aufs Parkett versechsfacht. Ob sich der Deal aber finanziell lohnt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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