Gilead Sciences: Ein hochprofitabler Biotech-Konzern

Der Erfolg von Gilead Sciences beruht auf der marktführenden Position der HIV-Medikamente.

Der Konzern vertreibt fünf verschiedene HIV-Therapien, von denen jede im Geschäftsjahr 2015 über 1 Mrd. $ Umsatz eingefahren hat.

Diese Medikamente sind Atripla, Truvada, Stribild, Complera und Viread, mit denen Gilead jährlich Umsätze von mehr als 10 Mrd. $ erwirtschaftet.

Eigentlich sollten die Erfolge bei der Behandlung von HIV schon ausreichen, um Gilead Sciences einen Platz ganz oben zu sichern.

Zusätzlich wurde die Position als Biotechnologie-Unternehmen der ersten Liga noch durch den Aufstieg zu einem führenden Anbieter im Bereich Hepatitis C gestärkt.

Gilead setzt noch einen drauf

2012 gab Gilead Sciences mehr als 11 Mrd. $ für Pharmasset aus, um sich damit das vielversprechende Hepatitis- C-Medikament Sofosbuvir zu sichern.

Die Übernahme des Konkurrenten erwies sich als Glücksgriff. Die Heilungsrate von Sofosbuvir lag bei 90% und führte im Dezember 2013 zu einer FDA-Zulassung.

Umbenannt in Sovaldi brachte das Medikament einen Umsatz von über 10 Mrd. $ während seines ersten Jahres auf dem Markt.

Dieser Erfolg war ein wichtiger Triumph, aber Gilead setzte noch einen oben drauf und erzielte einen weiteren Hit, als die FDA auch dem Hepatitis- C-Medikament Harvoni die Zulassung erteilte.

Mit einer Heilungsquote im hohen 90%-igen Bereich hatte Harvoni unmittelbaren Erfolg und brachte Gilead 2015 damit einen Umsatz von 13,8 Mrd. $ ein.

55,6% Gewinn-Wachstum in 2015

Das Gewinn-Wachstum ist deshalb so wichtig, weil steigende Gewinne die Margen stärken und Festkosten dagegen über einen größeren Betrag wirksam eingesetzt werden.

Da Gilead bereits mit Vertrieb, administrativer Unterstützung und Produktions-Kapazitäten gut aufgestellt war, musste es für die Markteinführung seiner Hepatitis- C-Medikamente weit weniger ausgeben, als wenn dies die ersten Produkte gewesen wären.

Der Anteil der Vertriebs-Gemeinkosten sank 2014 von 15,7 auf 12,2% und 2015 weiter auf 10,6% des Umsatzes. Ganz ähnlich verhielt es sich auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E).

Obwohl die Ausgaben 2015 dafür um 160 Mio. $ stiegen, fiel der Prozentsatz der F&E-Ausgaben von 11,7 auf 9,3%.

Zusammen mit einem Anstieg der operativen Margen und Aktienrückkäufen führte dieser Anstieg zu einem Gewinn von 12,37 $ pro Aktie – das waren sage und schreibe 55,6% mehr als 2014!

Ausreichend Liquidität für neue Produkte

Um ein neues Medikament erfolgreich zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, sind rund 1,4 Mrd. $ erforderlich.

Deshalb sind Biotechnologie-Unternehmen ständig auf der Suche nach Finanzierungs-Möglichkeiten. Dank der Steigerung der Gewinne wird dieser Fall bei Gilead Sciences nicht eintreten.

Im Gegenteil: Der hohe Gewinn hat Gilead so viel liquide Mittel verschafft, um zusätzlich zur wettbewerbsabschreckenden Finanzierung von zukünftigen HIV- und Hepatitis-C-Medikamenten auch die Bemühungen in der Krebsforschung locker stemmen zu können.

Mit seinem Krebsmedikament Zydelig führt Gilead jetzt weitere Studien durch, die den Konzern eines Tages zu einem ganz wichtigen Spieler in der Onkologie machen könnten.

Gilead fehlt in keinem Biotech-Fonds

Gilead Sciences fehlt heute in keinem der großen Biotech-Fonds und ist dort sogar zu einem Garanten für Gewinne geworden.

So beläuft sich der Gilead-Anteil beim Schweizer Fonds BB Biotech auf 6,8% des Fondsvermögens. Auch im größten Biotech-Fonds, Pictet Biotech mit einem Fondsvolumen von 831 Mio. €, ist Gilead mit 7,4% die Top-Holding.

Gilead hat noch viel Potenzial

Mit 8 erfüllten messbaren und 7 erfüllten allgemeinen Kriterien meistert Gilead unsere Value-Kriterien.

Zudem werden die Aktionäre mit einer attraktiven Dividende von 1,29 $ je Aktie am Geschäfts-Erfolg beteiligt – eine ganz neue Sache, die es bei Gilead vorher noch nie gegeben hat.

Der langfristige Kursverlauf spiegelt die Entwicklung von Gilead von einer aussichtsreichen, aber defizitären Biotech-Schmiede zu einem hochprofitablen Biotech-/Pharma-Konzern wider.

Unter den Biotechnologie-Werten mit hoher Marktkapitalisierung sticht Gilead Sciences positiv hervor.

Hier sind die Bewertungs-Kennziffern durch die jüngsten Kurskapriolen mit am stärksten geschrumpft. Die Sicherheits-Marge liegt jetzt bei komfortablen 54%.

1. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt