GK Software-Aktie: Gute Geschäfte und Übernahme-Phantasie treiben Kurs nach oben

Typisch für viele kleine Unternehmen verlief der Aktienkurs des Spezialwerts GK Software.

Bei vielen Investoren rückte der Titel vor knapp 3 Jahren in das Blickfeld, als sich der deutsche Software-Riese SAP knapp 5% der Anteile sicherte.

Im Anschluss verdoppelten sich die Papiere innerhalb kürzester Zeit, nur um in den kommenden 2 Jahren fast wieder auf das Niveau vor dem SAP-Einstieg zu sinken.

Begleitet wurde der Kursverfall von einer schwachen operativen Entwicklung, die sich aber zuletzt wieder deutlich aufgehellt hat. Das ging auch am Aktienkurs nicht spurlos vorüber (+60% im letzten Jahr).

Ist damit der Turnaround geschafft? Was sind die Treiber der zukünftigen Geschäfts-Entwicklung? Ist eine Übernahme durch SAP ein realistisches Szenario?

Führender Software-Anbieter für den Einzelhandel

Vielen von Ihnen ist GK Software wahrscheinlich noch gar kein Begriff. Das ist auch nicht verwunderlich, bringt es der kleine Software-Anbieter doch gerade einmal auf einen Börsenwert von 90 Mio. €.

Nichtsdestotrotz ist die Firma in Branchen-Kreisen bekannt wie ein bunter Hund. Denn das Unternehmen ist einer der führenden Software-Anbieter für den Einzelhandel.

Die Lösungen ermöglichen es den Kunden neben den Standard-Prozessen auch spezielle Anforderungen wie Bonus-Programme, Fiskal-Speicherung und die nahtlose Integration in Backend-Lösungen zu gewährleisten.

Die Geschäftstätigkeit der GK Software AG gliedert sich dabei in 2 Bereiche:

  • Zum einen der Verkauf der Produkt-Lizenzen
  • und zum anderen die damit verbundenen Dienstleistungen.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Die Lösungen des Konzerns bieten unterdessen einige strukturelle Vorteile:

Die Software ist vollständig Java-basiert, plattformunabhängig und kann auf der vorhandenen Infrastruktur des Kunden betrieben werden.

Mittlerweile verfügt GK Software über eine äußerst reputable Kundenbasis (Douglas, Tchibo, Thalia, Hornbach, Netto etc.).

Bei Ausschreibungen setzt sich die Firma oft durch, da die Personal-Kosten standortbedingt oft rund 20% unter den der gleichwertigen Projekt-Mannschaft von größeren System-Integratoren liegen.

Hohe Abschreibungen führten zu Verlusten

Nach einem durchaus beeindruckenden Umsatz-Wachstum von 10,75 Mio. € in 2007 auf 44,91 in 2013 folgten 2 durchwachsene Jahre.

Abschreibungen aus einer Übernahme in den USA sorgten für 2 Verlustjahre in Folge. Doch nun beginnt sich das Bild aufzuhellen:

Im 1. Halbjahr wieder schwarze Zahlen

Nach einem Anstieg der Erlöse um 30,6% auf 35,1 Mio. € in den ersten 6 Monaten gelang dem Software-Spezialisten wieder der Sprung in die Gewinnzone.

Dank der gesteigerten Effizienz im Consulting- und Implementierungs-Bereich blieb wieder ein Vorsteuer-Ergebnis von 0,29 Mio. € hängen.

Für Sie zum Vergleich:

Im Vorjahr fiel noch ein Verlust von 2,28 Mio. € an. Mit den Ergebnissen konnten die Analysten-Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis übertroffen werden.

Deutliche Margen-Steigerungen geplant

Unterdessen zeigt sich die Geschäftsführung optimistisch: Bis 2018 sollen die Umsätze um 50% gesteigert und eine Vorsteuer-Marge von 15% erreicht werden (zuletzt: 9,4%).

Damit könnten auch die Übernahme-Spekulationen neue Nahrung bekommen, denn die Produkte würden gut in das Portfolio des deutschen Primus SAP passen.

27. September 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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