GK Software: Es könnte besser laufen…

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Der auf den Einzelhandel spezialisierte Software-Anbieter GK gehört auf Ihre Beobachtungsliste. Erfahren Sie jetzt warum. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Vor wenigen Tagen hat der deutsche Software-Spezialist GK Software seinen finalen Abschluss für das 1. Quartal des laufenden Jahres vorgelegt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wachstumsmotor ins Stottern geraten ist und dass die Profitabilität zuletzt hinter den eigenen Erwartungen lag.

Dennoch ist das Unternehmen, um mein Fazit vorwegzunehmen, meines Erachtens ein Kandidat für Ihre Beobachtungsliste. Denn GK ist in einem spannenden Geschäftsfeld tätig und hat mit SAP einen finanziell sehr potenten Großaktionär, der für eine latente Übernahmefantasie sorgt.

Schauen wir uns zunächst das Geschäftsmodell von GK an: Das Unternehmen ist ein global agierender Entwickler und Anbieter von Standard-Software für den Einzelhandel und zählt nach eigenen Angaben 22% der 50 weltweit größten Einzelhändler zu seinen Kunden.

GK hat sich nach eigenen Angaben durch offene und plattformunabhängige Software-Lösungen als Technologie- und Innovationsführer am Markt etabliert. Die Gesellschaft ist seit dem Börsengang im Jahr 2008 um mehr als das Siebenfache gewachsen und hat im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 106,2 Mio. Euro erreicht.

Seit 1990 haben die beiden Gründer Rainer Gläß und Stephan Kronmülle, zusammen mit einem erfahrenen Managementteam, die GK Software zu einem stark wachsenden, profitablen Unternehmen geformt.

Die Zahlen für das 1. Quartal 2019

Kommen wir nun zu den Zahlen für die ersten 3 Monate des laufenden Jahres. Die gute Nachricht lautet: GK ist auch im 1. Quartal 2019 weiter gewachsen. Allerdings mit einem Plus von 3,7% auf 24,56 Mio. Euro nicht so stark wie es zuvor der Fall war.

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Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit -0,64 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 1,34 Mio. Euro. Ursächlich dafür waren nach Unternehmensangaben auch erhöhte Abschreibungen. Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit -2,81 Mio. Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 0,22 Mio. Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat von GK haben ein Ertragssicherungsprogramm gestartet, das durch die Hebung von Potenzialen in der gesamten Organisationsstruktur dazu führen soll, die Ertragsstärke des Unternehmens deutlich zu steigern. Meines Erachtens ein ebenso wichtiger wie richtiger Schritt. Denn die mangelnde Profitabilität ist das größte Problem von GK.

Auf der Produktseite ist das Unternehmen dagegen gut unterwegs und bekommt von vielen Seiten Lob. Nur müssen die PS, wenn Sie so wollen, auch auf die Straße gebracht werden. Das GK-Management teilte im jüngsten Quartalsbericht mit, dass man sowohl an der Prognose für das laufende Jahr als auch an der Mittelfristprognose für 2020 festhalte.

Meine Einschätzung: Schafft es das Unternehmen, sowohl etwas stärker als zuletzt zu wachsen als auch die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) im Kerngeschäft (wie geplant) wieder auf 15% der Betriebsleistung zu befördern, hat die Aktie erhebliches Potenzial.

Die GK-Aktie notierte Anfang 2018 noch bei über 130 Euro. Aktuell notiert sie nur noch bei rund 70 Euro. Ich traue der Aktie perspektivisch auch neue Höchststände zu. Allerdings müssen dafür die von mir genannten Voraussetzungen erfüllt werden. Zunächst ist die GK-Aktie meines Erachtens aber nur etwas für die Beobachtungsliste.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.