Gleich zwei Goldproduzenten enttäuschen bei der Bilanz

Mit Goldcorp und Barrick Gold haben auf den ersten Blick gleich zwei Goldproduzenten mit aktuellen Bilanzen enttäuscht. (Foto: optimarc / shutterstock.com)

Auch bei den Minenfirmen läuft jetzt die Berichtsaison zum 2. Quartal an. In diesen Tagen haben schon etliche große Unternehmen die aktuelle Bilanz vorgelegt. Heute möchte ich Ihnen die Zahlen von Barrick Gold und Goldcorp näher vorstellen.

Gerade Barrick Gold steht immer wieder im Fokus der Investoren, denn das ist immer noch die weltweite Nummer 1 bei den Goldproduzenten. Im Vergleich zum Vorjahr hat jetzt aber das Ergebnis doch einige große Unterschiede gebracht. So ging nicht nur der Umsatz zurück, sondern auch der angepasste Gewinn. Hier werden Sondereffekte herausgerechnet, so dass ein Vergleich zum Vorjahr besser möglich ist. Und selbst bei dieser Kennziffer ging es deutlich nach unten für Barrick Gold. Nach 263 Mio. Dollar im vergangenen Jahr belief sich der angepasste Gewinn jetzt nur noch auf 81 Mio. Dollar.

Zusätzlich hat das Unternehmen unter einigen außergewöhnlichen Belastungen gelitten, die sich auf knapp 81 Mio. Dollar summiert haben. Unterm Strich blieb so ein Nettoverlust von immerhin 94 Mio. Dollar. Allerdings hatte das Management auch gerade für das 2. Quartal ein schwächeres Ergebnis in Aussicht gestellt, denn es hat einige planmäßige Überarbeitungen von Minen in den vergangenen Monaten gegeben.

Das belastete hier auf jeden Fall auch die Produktion. Erstaunlich ist auch der deutliche Anstieg der Gesamtkosten der Goldproduktion von sehr niedrigen 710 auf jetzt 850 Dollar pro Unze. Wenn die Maßnahmen nun aber abgeschlossen sind, sollte Barrick Gold wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

ArcelorMittal: Stahlgigant auf der ÜberholspurAuch klassische Branchen bieten Chancen. Für Arcelor Mittal, den mittlerweile größten Stahlhersteller der Welt, lief es zuletzt immer besser: › mehr lesen

Goldcorp: Geringere Produktion und höhere Kosten

Ebenfalls mit einem Verlust beendete der kanadische Goldproduzent Goldcorp das zweite Quartal. Hier blieb ein Minus von 131 Millionen – und das nach einem Gewinn von 135 Millionen ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Managements hat das Unternehmen vor allen Dingen unter Wechselkursverlusten und auch einer geringeren Produktionsmenge gelitten.

Dieser Faktor war schon entscheidend für Goldcorp, die Produktionsmenge sank von 635.000 Unzen im Vorjahr auf jetzt nur noch 571.000 Unzen. Gleichzeitig stiegen die Gesamtkosten der Produktion von 800 auf jetzt 850 Dollar an. Aber auch hier wurde die geringere Produktionsmenge vom Management genau so geplant, denn bei der wichtigen Penasquito Mine wurden massive Entwicklungsarbeiten in den vergangenen 3 Monaten durchgeführt, unter denen die Produktion gelitten hat.

Insofern ist es eben wichtig, bei den Bilanzdaten der Unternehmer genauer hinzuschauen. Wenn es nur um die reinen Vergleichszahlen zu 2017 geht, dann haben beide Goldproduzenten sehr schwache Bilanzdaten präsentiert. Wenn Sie aber bei den Details etwas genauer hinschauen, dann sehen Sie die klare Strategie des Managements, das in beiden Fällen ein schwächeres Quartal in Kauf nimmt, um längerfristige Pläne umzusetzen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.