Glencore Aktie: Rohstoffhändler streicht erst einmal die Dividende

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Genau das erleben jetzt viele Aktionäre im Rohstoffsegment. So haben viele Firmen bei den Dividenden derzeit massiv auf die Bremse getreten. Heute nun reiht sich der Rohstoffhändler Glencore in diese Reihe ein.

Fakt ist: Die Jahresdividende für das laufende Geschäftsjahr und die Halbjahresausschüttung 2016 werden gestrichen. Glencore erhofft sich durch diese Maßnahme Kosteneinsparungen von immerhin 2,4 Mrd. Dollar. Gleichzeitig wird Glencore eine Kapitalerhöhung um 2,5 Mrd. Dollar starten.

Der global agierende Rohstoffhändler hat einen extrem hohen Schuldenstand zu meistern. Das ist bei stark fallenden Gewinnen extrem schwierig möglich, insbesondere wenn die Schulden fast 30 Mrd. Dollar ausmachen.

Ziel des Glencore-Managements ist es jetzt, die Schulden um ungefähr ein Drittel zu verringern. Das ist schon ein ambitioniertes Ziel in der aktuellen Marktphase. Glencore muss reagieren. In der vergangenen Woche ist die Aktie so stark an der Börse gefallen wie noch nie seit dem Börsengang im Jahr 2011. Doch die ersten Reaktionen der Börse auf die massiven Maßnahmen ist positiv. Die Glencore legt heute mehr als 10 % zu.

Glencore-Aktie steigt erst einmal kräftig an

Wie schnell sich allerdings die Bedingungen im Rohstoffsegment ändern, zeigt der Blick zurück auf die Halbjahreszahlen von Glencore. Die wurden Mitte August vorgestellt. Damals bekräftigte das Management noch die Absicht weiterhin eine stabile Dividende zu bezahlen. Doch bei der aktuellen operativen Situation und den hohen Schuldenlast wäre es schwer erklärbar, warum die Dividende aufrechterhalten werden sollte.

Bei m Umsatz ging es um 25 % nach unten. Beim operativen Ergebnis ging es sogar um mehr als 60 % auf 1,4 Mrd. Dollar zurück. Das Nettoergebnis war dann ein Verlust in Höhe von 676 Mio. Dollar. Das ist die ahrte Realität im Jahr 2015.

2011 sah die Welt noch ganz anders aus. Damals startete Glencore an der Börse und Silber erreichte im April 2011 kurzzeitig sogar die Marke von 50 Dollar pro Unze. Gold schaffte den Sprung über die Marke von 1.900 Dollar. Auch bei den Industriemetallen wie beim Kupfer lagen die Preise um weit mehr als 50% über dem aktuellen Niveau.

Glencore kann aktuell nur die Bilanz in Firm bringen und wieder auf steigende Preise hoffen. Nur so wird das Unternehmen die Ertragskraft stetig steigern können und auch das verlorene Vertrauen der Aktionäre wieder zurückgewinnen.

7. September 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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