Global Payments: Nächster Megadeal unter den Zahlungsabwicklern steht vor der Tür

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Global Payments schnappt sich Wirecard-Rivalen Total System für 21,5 Milliarden Dollar. Konsolidierung unter Zahlungsdienstleistern gewinnt weiter an Dynamik. (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Das Fusionskarussell unter den Zahlungsdienstleistern nimmt weiter an Fahrt auf. Der geplante Zusammenschluss zwischen dem Wirecard-Rivalen Global Payments und Total System (TSYS) ist der dritte Deal in diesem Jahr, der die magische 10 Milliarden Dollar-Marke sprengt.

Erst im Januar kaufte First Data für 39 Milliarden Dollar Fiserv, im März legte Fidelity National Information Services eine 43 Milliarden Dollar schwere Offerte für Worldpay auf den Tisch. Größe ist in dem stark wachsenden Markt für Zahlungsverkehr ein entscheidender Faktor und befeuert die aktuelle Fusionswelle. Mit Skaleneffekten wollen sich die Konzerne vor allem gegen die aufstrebende Konkurrenz wie Alipay oder Square in Stellung bringen.

Die Investoren zeigen sich begeistert. Die Papiere von Total System schossen um mehr als 16% auf zuletzt 118 Dollar in die Höhe und markierten damit ein neues Rekordhoch. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Aktie beinahe vervierfacht.  Auch die Papiere des Bieter Global Payments verzeichneten nur geringe Abschläge und können auf eine beeindruckende Wertentwicklung zurückblicken (+390%).

Übernahme schafft neuen Zahlungsriesen

Für das Objekt der Begierde (TSYS) will der US-Online-Bezahldienstleister Global Payments 21,5 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.  Die Aktionäre von TSYS erhalten 0,81 Global Payments-Papiere für jede ihrer Aktien, was einem Kurs von 124,30 Dollar auf Basis des Schlusskurses vor der Übernahme entspricht. Damit zahlt Global Payments einen Aufschlag von 25% für den Rivalen. Nach dem Zusammenschluss wird Global Payments 52% an dem kombinierten Unternehmen halten, die restlichen 48% liegen bei den TSYS-Anlegern.

Geschäftsmodelle ergänzen sich perfekt

Die Übernahme schafft ein schlagkräftiges Unternehmen, das Bezahltechnologie und Software für mehr als 3,5 Millionen kleine bis mittelgroße Händler und über 1300 Finanzinstitutionen in über 100 Ländern zur Verfügung stellt. Dabei ergänzen sich die beiden Firmen hervorragend. Während TSYS Kreditkartenzahlungen verarbeitet und als Herausgeber von Bankkarten agiert, ermöglicht Global Payment den Händlern, diverse Zahlungsarten umzusetzen und eine Vielzahl von Vertriebskanälen zu betreiben.

Zeichen stehen auf Wachstum

Unterdessen geht der Boom der Zahlungsabwickler in die nächste Runde. Immer mehr Zahlungen werden inzwischen online abgewickelt. Die Anbieter erledigen für andere Firmen den Zahlungsverkehr und kassieren dafür Provisionen. Auch Bezahlungen über das Smartphone werden immer häufiger genutzt. Bis zum Jahr 2023 wird in dem Markt laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey ein Volumen von rund drei Billionen Dollar pro Jahr umgesetzt. Für Sie zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es weltweit gerade einmal 1,7 Billionen Dollar.

Global Payments zahlt sattes Multiple

In den vergangenen Jahren zeigte TSYS kräftige Wachstumsraten. Seit 2004 kletterten die Umsätze von 1,18 auf zuletzt 4 Milliarden Dollar. Bei einem Jahresgewinn von 577 Millionen Dollar erzielte der Konzern eine Gewinnspanne von 14,32% und erreichte damit das höchste Niveau seit 2008. Auf Basis der Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr zahlt Global Payments für den Rivalen rund das 5-Fache der erwarteten Umsätze und das 23-Fache des prognostizierten Gewinns.

Hohe Synergien erwartet

Unterdessen rechnen beide Firmen mit hohen Synergien. Zusammen kommen beide Konzerne auf einen Jahresumsatz von rund 8 Milliarden Dollar. Dabei sollen über Cross Selling mehr als 100 Millionen Dollar an zusätzlichen Erlösen im bestehenden Kundenstamm realisiert werden. Zusätzlich gehen die beiden Firmen davon aus, dass sich nach dem Deal Kosteneinsparungen von mindestens 300 Millionen Dollar erzielen lassen. Im vierten Quartal soll der Deal final über die Bühne gehen.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.