Global Player aus Deutschland stürmt an die Spitze

Die K+S Gruppe gehört zu den globalen Marktführern für Standard- und Spezialdüngemitteln. Zudem ist K+S im Salzgeschäft mit einer jährlichen Produktionskapazität von 30 Mio Tonnen Weltmarktführer.

Die Wurzeln der Gruppe reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. In den 1880er-Jahren hat die Mineraldüngung mit Kali, Phosphat und Stickstoff die Landwirtschaft revolutioniert.

1894 wurde die Wintershall und 1899 die Salzdetfurth gegründet, die nach 1945 die Kaliindustrie in Deutschland wiederaufbauten. 1971 haben sie ihre Kali- und Steinsalzaktivitäten in der neuen „Kali und Salz“ unter dem Dach der BASF fusioniert. BASF hat ihre Beteiligung an K+S in der Folgezeit reduziert und 2011 vollständig veräußert.

K+S verfolgt eine Strategie mit zwei Geschäftsfeldern: Düngemittel und Salz. Die Sparte Düngemittel umfasst die Kali- und Magnesiumprodukte sowie die Stickstoffdünger. In 6 Bergwerken in Deutschland werden Kali- und Magnesium-Rohsalze gewonnen und dann zu Düngemitteln und Produkten für Industrieanwendungen, speziell für die Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie verarbeitet.

2011 wurde auch das kanadische Kali-Explorationsunternehmen Potash One erworben. Im Salzgeschäft mit Standorten in Europa und Amerika werden Speise-, Gewerbe- und Industriesalze sowie Auftausalze für den winterlichen Straßenverkehr hergestellt. Meilensteine waren die Akquisitionen der Salzproduzenten SPL in Chile 2006 und der nordamerikanischen Morton Salt 2009.

K+S mit globaler Strategie

K+S hat sich im letzten Jahrzehnt tiefgreifend verändert. Der Aufstieg zum Global Player und der Zugang zu neuen Märkten sind durch organisches Wachstum und Großakquisitionen erreicht worden. Nach dem Verkauf der Düngersparte COMPO im Juni wird erwartet, dass K+S auch sein restliches Stickstoffgeschäft abstößt.

Dann wird sich K+S auf seine strategischen Kernkompetenzen Kali und Salz konzentrieren. K+S hat ein wettbewerbsstarkes Geschäftsmodell und eine globale Marktpräsenz aufgebaut, um vom Megatrend im Agrarsektor und der Salznachfrage zu profitieren.

Mineraldünger und Salz sichern Wohlstand

Die Mineraldüngung hat seit dem 19. Jahrhundert eine Revolution in der Landwirtschaft ausgelöst und die Ernteerträge erheblich gesteigert. Aufgrund der rapide wachsenden Weltbevölkerung und der steigenden Nachfrage nach Agrarprodukten wird bis zum Jahr 2050 nach internationalen Schätzungen die globale Agrarproduktion um weitere 70 bis 100% gesteigert werden müssen.

Die Mineraldüngung ist ein wesentlicher Faktor für steigende Agrarerträge je Hektar Land. Die Pflanzenkulturen benötigen neben Wärme, Licht, Luft und Wasser auch wichtige mineralische Nährstoffe. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff, Phosphat und Kalium. Kalium kommt in den Böden selten vor und ist daher begehrt.

K+S ist bei Kali- und Magnesiumprodukten die Nummer 1 in Europa und die Nummer 4 weltweit. Der Marktanteil am Weltkaliabsatz beläuft sich auf 10%. Kaliumchlorid ist das umsatzstärkste Produkt. Es wird in der Branche „weißes Gold“ genannt. Dieses universell einsetzbare Düngemittel findet weltweit besonders bei wichtigen Anbaukulturen wie Getreide, Mais, Reis und Sojabohnen Anwendung.

Mit dem Salzgeschäft hat K+S eine weitere Konzernsäule geschaffen und sein Geschäft diversifiziert. Salz ist ein Grundstoff für lebenswichtige Produkte in den Haushalten und bei Anwendungen in der Industrie. K+S ist nach den Übernahmen in Chile und Nordamerika zum Weltmarktführer bei Salz aufgestiegen und hat die chinesische China National Salt sowie die amerikanischen Compass Minerals und Cargill weit überholt.

K+S auf Wachstumskurs

K+S hat im 1. Halbjahr 2011 seinen Umsatz um 14% auf rund 2,7 Mrd € gesteigert. Der bereinigte Gewinn aus den fortgeführten Geschäften wurde um 10,2% auf 301,1 Mio € verbessert. Der stärkste Zuwachs erfolgte im Kerngeschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten. Hier legte das operative Ergebnis  um 43,4% zu.

K+S hat im letzten und im laufenden Geschäftsjahr sechsmal die Preise für Kali angehoben. Im Salzgeschäft kletterte der operative Gewinn um 15,7% auf 150,1 Mio €.

Der Verkauf des Stickstoffgeschäfts COMPO hat im 2. Quartal zu einer Belastung von 98 Mio € geführt. Der Vorstand erwartet wegen der starken Entwicklung im Düngemittelgeschäft für das Jahr 2011 einen Anstieg des operativen Gewinns um die Hälfte auf 1,05 Mrd €.

Die Gewinne von K+S weisen eine hohe Preissensitivität auf. Der Wettbewerb wird sich wegen der Aufhebung der Importzölle in der EU für Kali-Düngemittel aus Russland verstärken.

Neuverträge in Indien müssen bis zum Frühjahr 2012 sogar Preiserhöhungen für Kali akzeptieren. Diese Verträge setzen Maßstäbe auch für andere Länder, denn Indien und China vereinen einen großen Teil der weltweiten Importnachfrage auf sich.

Bewertungsmodell liefert Kaufempfehlung

K+S erfüllt 7 allgemeine und 6 messbare Qualitätskriterien. Das Geschäftsmodell ist attraktiv und generiert hohe Cashflows. In den letzten 10 Jahren wurde der Netto-Cashflow mit einer durchschnittlichen Rate von 16% p.a. gesteigert.

Unter der Annahme konservativer Wachstumsraten errechnen wir einen fairen Wert von 64 € je Aktie, was einer Sicherheitsmarge von 36% zum aktuellen Aktienkurs entspricht. Zugleich erwarten wir eine durchschnittliche Kursrendite von 12,3% p.a. Zusammen mit der Dividendenrendite errechnen wir eine Gesamtrendite von 15,7% jährlich. Wir empfehlen Ihnen daher die Aktie zum Kauf.

27. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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