Gold: 3 Gründe, die für einen weiteren Goldrausch sprechen

Der Goldpreis hat den Durchbruch nach oben geschafft: In den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres hatte sich das Edelmetall […] (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der Goldpreis hat den Durchbruch nach oben geschafft:

In den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres hatte sich das Edelmetall in einem begrenzten Korridor zwischen etwa 1.200 und 1.300 US-Dollar je Feinunze bewegt.

Nun aber konnte der Widerstand bei 1.300 Dollar zuletzt durchbrochen werden.

Seit Ende August schießt der Goldpreis darüber hinaus und markierte im September bei knapp 1.347 Dollar ein vorläufiges Jahres-Hoch.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange womöglich noch längst nicht erreicht…

Es mehren sich die Experten-Stimmen, die einen längerfristigen Bullenmarkt beim Gold erkennen wollen.

Und dies können sie neben charttechnischen Effekten auch mit etlichen weiteren Begründungen untermauern.

Hier ein Überblick:

1. Niedrige Zinsen

Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise, die vor exakt 9 Jahren mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers eingeläutet wurde, haben Notenbanker rund um den Globus das Zinsniveau immer weiter gedrückt.

Dies ging bis hin zur Nullzins-Politik, an der die Europäische Zentralbank (EZB) um Mario Draghi nach wie vor festhält.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat zwar vor einiger Zeit mit allmählichen Leitzins-Anhebungen begonnen, allerdings in Mini-Schritten.

Die Spielräume sind begrenzt; so soll die zaghafte Erholung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht abgewürgt werden.

Die Aussicht auf steigende Zinsen hatte den Goldpreis zunächst gedrückt.

Inzwischen wird immer deutlicher sichtbar, dass das Zinsniveau auch mit Blick auf die kommenden Jahre wohl noch historisch niedrig bleiben wird.

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Und somit wird es auch kaum eine Bedrohung für die Goldpreis-Entwicklung darstellen.

Zwar wirft Gold im Gegensatz zu anderen Anlageformen keine Zinsen ab.

Doch solange sich die Zinsen auf derart niedrigem Niveau bewegen und alternative Anlagen zudem mit Risiken verbunden sind, dürfte das dem neuerlichen Goldrausch einen Abbruch tun.

2. Wackliger Aktienmarkt

Befeuert durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken, die neben Zinssenkungen auch mit einer Liquiditäts-Schwemme (Quantitative Easing; QE) die Märkte beglückten, haben die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren immer wieder Rekordstände erreicht.

Egal ob DAX, Dow Jones oder S&P 500, die Indizes markierten ein Rekordhoch nach dem anderen.

Inzwischen allerdings geht an den Märkten die Angst um, dass die Rally-Stimmung kippen könnte, die durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen November noch einmal zusätzlich befeuert worden war.

Dass selbst Warren Buffett sich momentan zurückhält und mit seiner Beteiligungs-Gesellschaft Berkshire Hathaway lieber Bargeld hortet als in US-Aktien zu investieren, spricht Bände.

Ein Bruch am Aktienmarkt würde auf der anderen Seite den Goldpreis wohl weiter anschieben, da sich beides oftmals in genau gegensätzlicher Richtung entwickelt.

3. Hohe Staatsverschuldung

Ein weiterer Effekt der Finanzkrise ist die sich ausweitende Staatsverschuldung.

Man denke nur an die Beinahe-Pleite Griechenlands vor wenigen Jahren oder das Gezerre um die US-Schulden-Obergrenze, das übrigens bald wieder losgehen dürfte.

Nicht nur die USA und Europa, sondern auch etliche Schwellenländer und insbesondere der Weltkonjunktur-Motor China sind von höherer Staatsverschuldung betroffen.

Somit wachsen schließlich auch die Risiken für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Und in solch unsicheren Zeiten haben Anleger seit jeher v. a. auf einen sicheren Hafen gesetzt: Gold.

Eine Beimischung von etwa 10% wird von den meisten Finanz-Experten empfohlen, um das eigene Depot auszubalancieren.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass Gold nicht als Rendite-Maschine zu betrachten ist, sondern als stabilisierender Faktor zur Werterhaltung und Absicherung des bestehenden Vermögens.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.