Gold: 5 Dinge, die Anleger jetzt wissen müssen

Wer auf Gold gesetzt hat, wurde noch vor wenigen Monaten belächelt. Seit den Höchstständen von 2011 und 2012 hat das glänzende Edelmetall kontinuierlich an Wert verloren und dümpelte im Herbst 2015 bei nur noch etwa 1.000 Dollar je Feinunze. In Euro sah es zwar nicht ganz so dramatisch, aber unterm Strich auch nur wenig besser aus.

Doch mit dem Jahreswechsel kam die Trendwende: Aktien, in den letzten Jahren von einer Rally verwöhnt und von Rekord zu Rekord getrieben, gerieten plötzlich in Misskredit und unter starken Verkaufsdruck. Parallel zog der Goldpreis deutlich an und liegt mittlerweile gut 15 Prozent höher als noch zu Beginn des Jahres.

Treue Goldfans, die auch während der Flaute nicht abgesprungen sind, dürfen sich nun also über eine kräftige Wertsteigerung freuen – doch wer noch nicht oder bislang nur wenig investiert ist, steht nun vor der Frage, ob sich ein Einstieg noch lohnt und wenn ja, in welcher Form.

Ist die Spitze bereits erreicht und das Feuerwerk von kurzer Dauer? Oder hält sich die Trendwende nachhaltig und der Goldpreis zieht im Jahresverlauf noch weiter an? Mit hundertprozentiger Sicherheit lässt sich das nicht vorhersagen. Doch es gibt einige Aspekte, die Interessierte hinsichtlich eines Gold-Investments beachten sollten.

Gründe für den Goldpreisanstieg

Warum der Goldpreis steigt, ist ein wichtiger Faktor bei der Einschätzung, ob er weiter steigen wird oder der Effekt bald wieder verpufft. Die ebenso plötzliche wie heftige Volatilität an den Aktienmärkten hat sicherlich dazu beigetragen, dass manch ein Anleger in Gold als „sicheren Hafen“ geflüchtet ist.

Doch auch eine steigende Nachfrage seitens der Schwellenländer sowie die generelle Schwäche der US-Konjunktur werden als (Mit-)Ursache häufig angegeben. Hinzu kommt die einsetzende Zinswende in den USA, die die Federal Reserve nach Jahren der Geldflut vor wenigen Monaten eingeläutet hat.

Denn obwohl sich hohe Zinsen negativ auf den Goldpreis auswirken – da Gold selbst keine Zinsen generiert – kann die schrittweise Anhebung durchaus positive Effekte entfalten, da sich viele Investoren gezwungen sehen, umzuschichten. Und da das Zinsniveau im historischen Vergleich immer noch extrem niedrig ist, landen nicht wenige beim Gold – was Nachfrage und Preis weiter steigen lässt.

Steigt der Goldpreis weiter?

Es gibt zumindest einige gute Gründe, die für diese Annahme sprechen. Das Geld, das die Notenbanken in den vergangenen Jahren in die Finanzmärkte gespült haben, ist vor allem im Aktien- und Immobiliensektor gelandet. Nun werden vor allem die Wertpapiermärkte von Rücksetzern und teilweise regelrechten Kursbeben erschüttert.

Das schürt Ängste vor kurzfristigen Verlusten – oder gar einem neuerlichen Kollaps des Systems, der von einigen Experten immer wieder als unausweichlich und kurz bevorstehend beschworen wird.

Hinzu kommen geopolitische Krisen wie fortdauernde Kriege, die Fluchtbewegungen aus den Kriegsgebieten in Richtung Europa sowie weitere Unsicherheiten, die Gold als Depotabsicherung attraktiver erscheinen lassen.

Wann ist das Limit erreicht?

Der Anstieg bis 2011 hat gezeigt, dass ein Goldpreis von rund 1.900 Dollar je Feinunze durchaus realistisch ist. Experten gehen davon aus, dass sich der Preis mittelfristig leicht darunter bei etwa 1.800 Dollar bewegen wird. Die Frage ist nur – wann.

Für das Jahr 2016 gehen die meisten mittlerweile von einem weiteren Anstieg aus, der allerdings noch nicht ganz so steil nach oben führen dürfte. Rund 1.500 Dollar halten jedoch viele für realistisch. Insofern besteht noch ein beachtliches Aufwärtspotenzial, das Neueinsteiger für sich nutzen können.

Münzen oder Minen?

Für Privatanleger raten Experten vor allem zum Kauf von Goldmünzen oder – bei entsprechend höheren Summen – auch Goldbarren, die es in Schließfächern und mit entsprechender Versicherung einzulagern gilt.

In Aktien von Minenbetreibern oder Minenfonds sollte nur investieren, wer kein Risiko scheut. Zwar sprechen einige Indikatoren dafür, dass beispielsweise die Aktie des Weltmarktführers Barrick Gold nach dem jüngsten Kursanstieg auch weiterhin von der positiven Entwicklung am Goldmarkt profitieren dürfte. Doch Investitionen in Goldminen gelten schon allein wegen deren hoher Verschuldung sowie ihrer Abhängigkeit von der Goldpreisentwicklung als eher riskant.

Wie viel Prozent des Vermögens sollten in Gold lagern?

Als Goldbeimischung im Depot empfehlen viele Experten für Privatanleger etwa 10 Prozent. Aktienfans sehen vor allem die Nachteile, etwa dass Gold selbst keinen Gewinn generiert und auch keine Dividende abwirft, der Gewinn also im Zweifelsfall geringer ausfällt als bei Wertpapieren. Sie investieren meist geringere Anteile von etwa 5 bis 8 Prozent ihres Vermögens in das Edelmetall.

Goldfans hingegen schätzen das geringere Risiko des Wertverfalls, das bei Aktien generell gegeben ist, und greifen im Verhältnis dementsprechend eher zur Münze.

Häufig wird empfohlen, Gold – und auch Silber – als Depotbeimischung zur Absicherung einzuplanen, sodass im Falle eines Wertverlusts im übrigen Depot ein Ausgleich durch Wertsteigerungen im Edelmetallbereich erzielt werden kann.

Experten warnen jedoch, dass, um eine solche Absicherung tatsächlich zu gewährleisten, häufig ein Depotanteil von rund 20 Prozent erforderlich wäre. Wer auf 10 Prozent setzt, kann seine Verluste im schlimmsten Fall nicht komplett ausgleichen – aber zumindest eingrenzen.

24. März 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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