Gold als Wirtschaftsfaktor – ganz wichtig gerade für kleine Länder

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Gold ist ein wichtiges Investment – gerade in der Krise. Doch die Minenindustrie ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in vielen Ländern. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Auch wenn weniger als ein Prozent aller weltweiten Geldanlagen im Gold stecken, so gilt doch eine Sache ganz sicherlich: Das Edelmetall ist ohne Frage auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nehmen wir hier nur die wichtige Rolle des Goldes in den produzierenden Ländern.

Gerade kleinere Länder hängen sehr stark an Goldexporten. Nach offiziellen Zahlen der Vereinten Nationen machte Gold beispielsweise für die westafrikanischen Länder Mali, Burkina Faso und Guyana in den Jahren zwischen 2009 und 2013 mehr als 40 % der Export Umsätze aus. Zusätzlich ist Gold auch eine wichtige Einnahmequelle für die Regierungen in den Produzentenländern. Hier greifen erst einmal Steuern und zusätzlich noch Royalty-Zahlungen für den Abbau und das Weiterverarbeiten des Metalls.

Unter Royalty-Zahlungen versteht man festgesetzte Abgaben, die von Seiten der Minenunternehmen an die örtlichen Regierungen zu leisten sind. Es ist gerade in wirtschaftsschwachen Ländern eine wichtige Einnahmequelle und zu hohe Abgaben der Minunternehmen behindern beispielsweise die weitere Ausbreitung von Rohstoff-Aktivitäten vor Ort. In etlichen südamerikanischen Ländern hat das schon zu massiven Konfrontationen zwischen der Minenindustrie auf der einen Seite und den eher linken Regierungen auf der anderen Seite geführt.

Ein drastisches Beispiel war beispielsweise die Regierungsübernahme in Bolivien durch den sozialistischen Kandidaten Evo Morales im Jahr 2005. Im Zuge der dann linksgerichteten Politik des Landes wurden die Minenaktivitäten massiv besteuert. Das kam erst einmal bei der Bevölkerung und den Wählern gut an – sorgte aber mittelfristig für einen wirtschaftlichen Abschwung aufgrund der starken Einschränkungen für die Minenindustrie.

Wirtschaftliche schwache Länder hängen oft sehr stark an Rohstoff-Umsätzen

Gerade der Blick auf die wirtschaftlich schwachen Länder ist hier ganz entscheidend. Die hohen Kapitalaufwendungen für den Betrieb einer Mine sind eben immer ein wichtiger Impuls für die Volkswirtschaft des Landes. Das gilt beispielsweise auch für größere Länder – so sind in Australien rund 50.000 Menschen direkt oder indirekt im Goldsektor beschäftigt. In Südafrika sind es sogar bis zu 300.000 Menschen, die in der Branche arbeiten.

Allerdings wird es in vielen Ländern immer schwieriger, überhaupt neue Minen in Produktion zu bringen. Vor allem von Seiten des Umweltschutzes sorgen immer strengere Vorgaben hier für einen engen Spielraumbei den Minenunternehmen. Dabei werden durch die Vorgaben auch die Kosten für die neuen Projekte oft immer höher.

Und viele Projekte rechnen sich vielleicht auf dem aktuellen Preisniveau im Bereich um 1.700 USD / Unze. Doch sollte der Preis einmal wieder in den Bereich um 1.400 USD / Unze abrutschen, kann es schon wirtschaftlich eng werden.

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Heiko Böhmer
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