Gold aus der Mongolei: Minen als zu großes Risiko?

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Mongolei: Minen zu betreiben ist allgemein schwierig, in Ländern aber mit politischer Unstetigkeit ein echtes Risikio... (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Ecuador, Kongo, Australien und die Mongolei: Minen als ein echtes Vabanquespiel

Andere Länder, andere Sitten! Nicht umsonst ist das politische Risiko im Bergbau eines der wichtigsten und zugleich eines jener Risiken, die besonders schwer einzuschätzen sind, denn vieles kann sich quasi über Nacht ändern.

Eine kleine Revolution hier, eine neue Regierung da und schon wird aus einem aussichtsreichen Projekt ein Millionengrab. Nicht nur in exotischen Ländern wie Ecuador oder dem Kongo kämpfen die Minen mit diesem Problem.

Auch das Beispiel Australien in dem die Minenindustrie nur mit Mühe eine neue Sondersteuer entschärfen konnte, zeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen für den Bergbau grundlegend ändern können.

Besonders extrem sind diese Veränderungen in jenen Ländern, deren politisches und rechtliches System noch nicht als gefestigt gelten kann. Zu diesen Ländern zählt auch die Mongolei, ein Staat, der zur Weiterentwicklung seiner Industrie in den kommenden Jahren verstärkt auf die Rohstoffe und den Bergbausektor setzen will.

Dieses Bemühen könnte nun aber einen empfindlichen Dämpfer bekommen, weil die jüngsten Entwicklungen viele ausländische Investoren nachhaltig verunsichern und damit von weiteren Investments in der Mongolei abhalten können. Gold aus der Mongolei: Minen als zu großes Risikio?

Im Hintergrund steht die Entscheidung der Regierung in Ulan Bator 245 Lizenzen für Goldminen zu widerrufen und weitere 1.700 Lizenzen einer Überprüfung zu unterziehen. Der mongolische Energie- und Bergbauminister Dashdorj Zorigt begründete den Schritt damit, dass in der Vergangenheit zu viele Außenstehende versucht hätten sich Minenprojekte zu sichern.

Das Ganze habe immer mehr den Charakter einer Lotterie und eines reinen Handels mit Projekten und Lizenzen angenommen. Die Regierung habe dem entgegenwirken müssen, weil die Mongolei die Entwicklung der Lagerstätten zu produzierenden Minen sehen will, nicht aber einen wilden Handel von Nichtspezialisten mit Lagerstätten und Konzessionen.

Regierung will stärkere Kontrolle des Minensektors

Die Maßnahme steht ist Teil einer umfassenderen Strategie. Sie zielt darauf, die boomende aber noch weitgehend unkontrollierte Industrie einer stärkeren staatlichen Kontrolle zu unterwerfen. Schon im April hatte der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj verfügt, dass keine weiteren Minenlizenzen mehr vergeben werden bis ein neues strikteres Bergbaugesetz das Parlament passiert habe.

Nicht nur bei den von der Rücknahme der Lizenzen betroffenen Unternehmen ist jetzt die Aufregung groß. Allgemein zeigen sich die Investoren verunsichert. Experten betonen jedoch, dass diese scharfe Einschnitte sich langfristig vermutlich sehr positiv auswirken werden, sodass am Ende der ganze Sektor von ihnen profitieren werde.

Zunächst sind kleine, technisch weniger qualifizierte Unternehmen das Ziel der staatlichen Eingriffe. Die Goldlizenzen, die in den vergangenen Wochen eingezogen wurden, werden damit begründet, dass gegen die neuen wasser- und forstrechtliche Vorschriften verstoßen worden sein soll.

Umweltaktivisten beschießen chinesische Goldmine

In der Mongolei hat sich in den vergangenen Monaten das Klima gegenüber dem Bergbau spürbar verschlechtert. Ursprünglich war daran gedacht die schwache Binnenwirtschaft durch Impulse aus dem Bergbausektor zu beleben. Aus diesem Grund öffnete sich das Land fremden Kapital.

Doch inzwischen schlägt das Pendel zurück: Im September beispielsweise eröffneten mit Jagdwaffen ausgestattet Umweltaktivisten das Feuer auf eine 100 Kilometer nördlich von Ulan Bator gelegene Goldmine, die als Joint Venture der chinesischen Puraam und der kanadischen Centerra Gold betrieben wird. Grund für den Beschuss war die Annahme der Aktivisten, die Mine setze sich über die lokalen Umweltbestimmungen hinweg.

Das neue Minengesetz macht die Ausgangslage nicht unbedingt einfacher, denn im Gesetz wurde nicht klar definiert, unter welchen Bedingungen ein Landstrich als Waldgebiet oder Wasserreservoir zu verstehen sei.

So eröffnen sich Interpretationsspielräume, die zwangsläufig zu unterschiedlichen Meinungen führen müssen, die man dann auch schon mal meint dem Kontrahenten mit Waffengewalt näher bringen zu müssen.

Der Fall Mongolei: Minen brauchen soliden rechtlichen Rahmen

Des Problems Lösung liegt darin, dass es nun darauf ankommen wird, ob es der Mongolei gelingt einen soliden Rahmen für das Management von Bergbauprojekten zu schaffen. Das erreicht man nicht, indem man den Gesellschaften einfach die Lizenz entzieht, weil solche Maßnahmen nur die sogenannten Ninja-Bergleute begünstigt.

Als Ninja-Bergmänner bezeichnet man in der Mongolei lokale Hirten, die sich in erzreichen Gebieten auf eigene Faust auf die Suche nach Mineralien und damit nach einem kleinen persönlichen Glück machen.

Auf der Suche nach einem eigenen Weg und in dem Bemühen, die Fehler anderer armer, aber rohstoffreicher Länder zu vermeiden, ist die Mongolei teilweise über das Ziel hinausgeschossen. Besonders beunruhigend für die in der Mongolei tätigen Unternehmen ist, eine Politik mit der die Regierung jedes Rohstoffprojekt zu einer nationalen Rohstoffreserve erklären und damit wieder an sich ziehen kann.

Es liegt auf der Hand, dass mit solchen Bestimmungen im Rücken die Maßnahmen der Regierung schnell in Willkür ausarten können oder aber von den Minen und Explorern als Willkür empfunden werden.

Der Endeffekt ist in jedem Fall der gleiche: Zu weiteren Investments in der Mongolei wird es vor einem derartigen Hintergrund so schnell nicht mehr kommen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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