Gold-Ausblick: Kurzfristig größere Schwankungen möglich

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Der positive Trend beim Gold hat zuletzt Rekordpreise beim Gold gebracht – zumindest in Euro. Doch jetzt könnte es zu größeren Schwankungen kommen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Auch wenn Gold insgesamt eine positive Tendenz aufweist, scheint eine Sache klar zu sein: In den kommenden Wochen kann es weiter zu größeren Schwankungen kommen. Das bedeutet für die Praxis Preisaufschläge aber auch immer wieder kurze Korrekturphasen. Warum ist eine solche Marktentwicklung wahrscheinlich?

Auf der einen Seite haben wir sicherlich die Faktoren die den Preis weiter antreiben könnten. Dazu gehörte der wieder aufflammende Konflikt zwischen den USA und China. Hier läuft aktuell der Volkskongress in China. Dort hat die chinesische Führung nicht nur ein neues Wirtschaftsprogramm verkündet. So wie es jetzt aussieht, soll es auch ein Sicherheitsgesetz für Hongkong geben. Das könnte die Spannungen zwischen den beiden Großmächten einmal mehr vergrößern.

Wie Sie zuletzt aber auch gesehen haben, üben die Wirtschaftsdaten zuletzt nur einen geringen Einfluss sowohl auf die Börsen als auch auf den Goldpreis aus. Hier kann es eigentlich kaum noch negative Überraschungen geben, weil die Märkte alle negativen Überraschungen so wie es aussieht schon eingepreist haben.

Tatsächlich befindet sich der Goldmarkt schon seit Juni 2019 in einem kräftigen Bullenmarkt. Und ein Zugewinn von rund 350 USD pro Unze in weniger als einem Jahr ist jedenfalls ein großer Gewinn und hier kann es eben immer mal wieder zu kurzfristigen Korrekturen kommen.

Speziell Goldminen sind niedrig bewertet

Für die mittelfristigen Perspektiven speziell bezogen auf die Goldminenaktien sieht es doch recht positiv aus. Dazu lohnt sich auf die Verhältnisse zu schauen, wie beispielsweise Goldaktien im Vergleich zum Goldpreis derzeit notieren. Und der maßgebliche ARCA Gold Miners Index notiert im Verhältnis zum Goldpreis nahe einem 25 Jahrestief. Hier könnte mit weiteren Zugewinnen bei den Goldminen hier auch endlich eine seit Jahren andauernde Seitwärtsformation durchbrochen werden.

In der Bewertung ist auch deutliches Aufwärtspotenzial vorhanden wenn es darum geht, Goldminen ins Verhältnis zu setzen zu den Standardaktien beispielsweise gemessen am S&P500 Index. Darin sind immerhin die 500 größten US-Unternehmen enthalten. Hier weisen Goldminenaktien seit 2011 eine klare Underperformance auf. Sowie die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, bildet sich hier auch ein Boden aus.

Bezogen auf den breiten Aktienmarkt haben Minenaktien immer noch deutliches Aufholpotenzial. Wie groß beispielsweise die Überbewertung der großen US-Technologiekonzerne ist, zeigt Ihnen der folgende Vergleich: Der Börsenwert von Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und Google beträgt derzeit zusammen 5,37 Billionen USD. Der Börsenwert der globalen Goldminenindustrie liegt bei 260 Milliarden USD und macht damit gerade einmal 5 % der Technologiekonzerne aus.

Hieraus ergibt sich kurz- und mittelfristig deutliche Potenzial für die Goldminen, denn 2020 wird bei den allermeisten Goldproduzenten deutlich steigende Umsätze und Gewinne bringen.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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