Wie es mit dem Goldpreis weitergeht

Wird es ein goldener Herbst? Einiges spricht dafür – v. a. der Mann, dessen Wahlsieg letztes Jahr die Talfahrt beim Goldpreis auslöste… (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Die sprichwörtlich goldene Jahreszeit hat begonnen, draußen weht der Herbstwind die gelbroten Blätter von den Bäumen.

Leicht abwärts ging es zuletzt auch wieder für den Goldpreis, der erneut unter die Marke von 1.300 Dollar je Feinunze zurückgefallen ist.

Doch es sieht nicht danach aus, als wäre das der Beginn einer neuerlichen Flaute, wie sie etwa im vergangenen Herbst nach dem Wahlsieg Donald Trumps einsetzte und für einen deutlichen Kurs-Einbruch beim Goldpreis sorgte.

Trump schadet der Welt …

Anleger, die damals noch über den neuen Mann im Weißen Haus gejubelt haben, sich mit Aktien eindeckten und das Gold verschmähten, wurden inzwischen eines Besseren belehrt:

Steuer-Reform, Protektionismus, bessere Rahmenbedingungen für US-Firmen – so viele Großprojekte Trump im Wahlkampf auch versprochen hatte, umgesetzt ist davon bislang so gut wie nichts.

Die ersten Monate seiner Amtszeit beschäftigte er sich vielmehr mit einem sich schwindelerregend schnell drehenden Personal-Karussell:

Der Verschleiß an erfahrenen Spitzenpolitikern war enorm; viele wurden gefeuert, nachdem sie Kritik geäußert hatten, andere warfen freiwillig das Handtuch.

Inzwischen hat Trump sogar eine Menge Republikaner gegen sich aufgebracht. Die Wahrscheinlichkeit, seine Reform-Vorhaben durchzuboxen, wird dadurch nicht gerade höher.

Auch außenpolitisch läuft es nicht besser – ganz im Gegenteil:

Ohne jegliches Fingerspitzengefühl twitterte Trump vor wenigen Wochen drauflos und lieferte sich ein verbales Fernduell mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

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Dieses wiederum steht dem pubertären Gehabe auf manchem Schulhof in Sachen Wortwahl und Testosteron-Überschuss in nichts nach.

… und stützt den Goldpreis

Auf dem bisherigen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung hat auch der Goldpreis seinen höchsten Stand des laufenden Jahres erreicht:

Knapp 1.350 Dollar war die Feinunze noch Anfang September wert.

Und angesichts der noch bevorstehenden 3-jährigen Amtszeit von Donald Trump dürfte es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er seine politischen Kontrahenten auf die Barrikaden und die besorgten Anleger rund um den Globus in den sicheren Hafen des glänzenden Edelmetalls treibt.

Der schwache Dollar und die eher verhaltenen Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) – beides ebenfalls zumindest teilweise Nebenwirkungen von Trumps Politik und ihren Auswirkungen – stützen den Goldpreis zusätzlich.

Diverse Gold-Investments möglich

Für Anleger gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in Gold zu investieren:

  • Der Ankauf von physischem Gold in Form von Barren oder Münzen ist eine Möglichkeit.
  • Daneben besteht die Option, gedeckte Wertpapiere zu erwerben.
  • Außerdem können Aktien von Minen-Betreibern ins Depot genommen werden.
  • Und es kann auch über Termin-Kontrakte auf steigende oder fallende Goldpreise spekuliert werden.

Letzteres ist eher für risikobereite Anleger reizvoll, die auf Rendite abzielen: Über Wetten oder Minen-Betreiber können sie von der Entwicklung des Edelmetalls profitieren.

Defensivere und sicherheitsorientierte Anleger betrachten Gold hingegen weniger als Gewinntreiber, sondern eher als längerfristige Absicherung ihrer Vermögenswerte.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.