Gold: Buchstäblich im Abwärtstrend

Die an den Börsen gehandelten Wertpapiere bewegen sich in Trends. So wie Moden kommen und gehen, wechseln sich auch bei Aktien, Devisen, Anleihen oder Rohstoffen Aufwärtstrends und Abwärtstrends miteinander ab.

Wenn Sie mit Aktien auf Dauer Geld verdienen möchten, dann werden Sie in aller Regel bemüht sein, teurer zu verkaufen, als Sie gekauft haben. Das bedeutet:

Bis zu dem Zeitpunkt, wo Sie eine bestehende Aktienposition wieder abstoßen wollen, sollte der Kurs möglichst gestiegen sein.

Das ist auch zugleich der einfache und logische Grund, warum Sie beim Kauf Aktien bevorzugen sollten, die sich in einem Aufwärtstrend befinden.

Steigen Sie hingegen in Aktien ein, die sich in einem Abwärtstrend bewegen (z.B. mittels dem unter Privatanlegern sehr beliebten „Schnäppchenkauf“), ist die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher, dass Sie mit Verlust verkaufen werden.

Daher sollten Sie in der Lage sein, mit Hilfe der Charttechnik Aufwärtstrends und Abwärtstrends erkennen zu können. In meinem gestrigen Chartanalyse-Trends-Beitrag hatte ich Ihnen gezeigt, wie Sie Beginn und Ende eines Aufwärtstrends mit nur 3 Buchstaben des Alphabets bestimmen können.

Trend-ABC für einen Abwärtstrend

Auch bei der Definition von Abwärtstrends können Sie das Trend-ABC verwenden:

Für einen Abwärtstrend (rote Buchstabenboxen) ist zunächst ein Hochpunkt A auf dem Chart erforderlich, von dem aus der Kurs fällt und ein Zwischentief B ausbildet. Der anschließende Kursanstieg darf Hoch A nicht mehr überbieten und wird als Punkt C markiert. Durchbricht der Kurs danach die Marke B, entsteht ein Abwärtstrend.

Gold spielt den „Abwärts-Blues“

Schauen wir einmal gemeinsam, wie das in der Praxis ausschaut. Dazu habe ich den weitergeführten Monats-Chart (langfristiger Trend) des Goldpreises in USD / Feinunze aus dem gestrigen Beitrag vorbereitet:

goldpreis in usd je feinunze monats-chart 2008 bis heute-21-07-2015

Goldpreis in USD je Feinunze: Trend-ABC von 2011 bis heute

Zu dem Zeitpunkt, als das erste rote B (gestrichelte rote Linie) unterboten wurde (roter Pfeil), entstand ein neuer langfristiger Abwärtstrend. Danach wird jedes neue Tief mit einem B und jedes Zwischenhoch mit einem C versehen.

Erst wenn ein Zwischenhoch C überboten wird, endet der Abwärtstrend. Wie Sie im Chart sehen, ist ein solches Trend-Ende bis dato noch nicht zu erkennen. Tatsächlich wurde der bestehende Abwärtstrend durch den jüngsten Kursrückschlag (gestrichelte blaue Linie; neues Tief!) bestätigt.

Erst ein Anstieg des Goldpreises in USD über den letzten Punkt C (1.307,68 USD) hinaus, würde den Abwärtstrend aus heutiger Sicht beenden.

Fazit

Sie sehen: Wer das – wirklich einfache – Trend-ABC beherrscht, kann künftig schon vor dem Einstieg erkennen, ob das Wertpapier auch die für den eigenen Investment-Erfolg benötigte Trend-Richtung aufweist.

21. Juli 2015

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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