Gold: China mischt Märkte mit 16 Milliarden USD Goldfonds auf

Die Rohstoffmärkte waren in den vergangenen Monaten immer wieder heftigen Schwankungen ausgesetzt. Neben dem Ölpreis-Crash waren auch Edelmetalle nicht vor den Turbulenzen gefeit.

So hat der Goldpreis in Dollar in den vergangenen zwölf Monaten einen höchst abwechslungsreichen Zickzack-Verlauf gezeichnet – von einem Hoch bei 1.325 Dollar im Juli 2014 ging es abwärts auf Tiefststände unter 1.150 Dollar im Herbst.

Zum Jahreswechsel dann die Trendwende, der Goldpreis zog erneut an auf knapp über 1.300 Dollar je Feinunze – gab jedoch ebenso schnell wieder nach und fiel erneut auf rund 1.150 Dollar zurück. Inzwischen pendelt die Feinunze um die 1.200-Dollar-Marke und scheint sich auf diesem Niveau vorläufig zu stabilisieren.

China kündigt Milliardenfonds an

Für Aufsehen sorgt nun ein Vorstoß aus China. Die Volksrepublik will einen Fonds zur Unterstützung von Goldminen auflegen. Das angepeilte Volumen beläuft sich auf satte 16 Milliarden Dollar. Damit wäre dieser Fonds der größte seiner Art.

Eine weitere Besonderheit: Gefördert werden sollen nur Minenprojekte entlang der neuen Seidenstraße. Diese verläuft durch zahlreiche Staaten und zieht sich vom Osten Chinas quer über die eurasische Platte bis nach Venedig. Über die maritime Seidenstraße werden darüber hinaus Regionen entlang der nordostafrikanischen Küste einbezogen.

Der Fonds sieht direkte Goldkäufe von den Minen vor und soll von der Shanghaier Goldbörse aus kontrolliert werden. Ein Ziel der chinesischen Regierung: Sie will eine stärkere Kontrolle über den Rohstoff erlangen und zugleich ihren Einfluss auf den Goldpreis stärken.

Dazu passend soll noch in diesem Jahr ein neues Goldfixing, also eine Festlegung des Goldpreises, in Shanghai stattfinden.

Damit unterstreicht das Reich der Mitte seinen bisherigen Kurs, verstärkt auf Gold zu setzen. Auch viele Hedgefonds wetten derzeit auf steigende Gold- und Silberpreise.

Goldpreis in Euro – kein Grund zur Besorgnis

Interessant außerdem für europäische Anleger: Die Entwicklung des Goldpreises in Euro sieht mit Blick auf die vergangenen Monate deutlich angenehmer aus als das Dollar-Äquivalent. Auch in Euro hat das Edelmetall zu Jahresbeginn einen kräftigen Sprung nach oben gemacht von zuvor rund 950 auf satte 1.150 Euro.

Auf ganz so hohem Niveau konnte sich der Kurs zwar nicht lange behaupten, doch der Rückgang fällt deutlich moderater aus als im Dollar-Chart. Nach einem Rückgang auf rund 1.050 Euro hat der Goldpreis wieder etwas zugelegt und notierte zuletzt bei gut 1.086 Euro.

Binnen zwölf Monaten hat sich das Edelmetall in Euro damit um rund 18 Prozent verteuert, während sein Wert in US-Dollar im gleichen Zeitraum um gut 5 Prozent gefallen ist.

In welchem Maße der nun angekündigte chinesische Fonds den Goldpreis beeinflussen und womöglich weiter antreiben wird, bleibt abzuwarten – Raum für Spekulationen schafft eine solche Meldung aber allemal.

29. Mai 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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