GOLD: Die große Chartanalyse 2019

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Das glänzende Edelmetall zeigt ungewohnte Stärke. Droht die nächste Krise in der Weltwirtschaft und wohin können die Kurse noch steigen? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Das haben Sie bestimmt auch schon mitbekommen: Gold ist im Dezember 2018 steil angestiegen. Heute gab es einen ersten deutlichen Rücksetzer, aber das ist ganz normal, wie uns der Chart gleich zeigt. Wichtig ist, dass das Edelmetall aus seinem Trendkanal nach oben ausgebrochen ist und auf dem Weg dorthin viele Widerstände durchbrechen konnte.

Gold Chartanalyse 2019 – dieser Rücksetzer war vorprogrammiert

Betrachten wir den Tageschart im Verlauf der letzten 12 Monate. Wir sehen, dass Gold vom Hoch bei 1.366 US-Dollar fast 200 US-Dollar verlor. Dort wurde der Boden erreicht und es ging danach Stück für Stück wieder nach oben.

Wenn wir die Fibonacci-Level anlegen, sehen wir einen ersten kleinen Kampf bei der Marke um 1.246 US-Dollar. Dort liegt das 38er Retracement. Heute bzw. gestern haben wir das 62er Retracement erreicht bei etwa 1.292 US-Dollar. Dass hier eine kleinere Gegenbewegung einsetzt ist die Norm.

Genau das ist auch geschehen. Der Goldpreis verlor heute zwischenzeitlich über 10 US-Dollar. Doch das ist noch kein Signal für einen Trendwechsel. Es kann jetzt durchaus passieren, dass wir – ähnlich dem 38er Retracement – auch eine Weile seitwärts laufen, bis die Kurse einen weiteren Anstieg hinlegen.

Sollten wir allerdings unter das 50er Retracement bei 1.269 US-Dollar fallen, ist es möglich, dass wir uns sogar wieder unter 1.250 US-Dollar zurückziehen. Ansonsten ist der Weg frei Richtung 1.300 und darüber. Warum wir aber mittelfristig weiter steigende Kurse erwarten, zeigt der nächste Chart.

Gold bildet mustergültigen runden Boden

Besser hätten wir uns den Chart kaum zeichnen können. Selten ist der Boden so schön rund.

Von hier aus geht es dann in den meisten Fällen weiter nach oben. Und nicht nur Richtung 1.300 – dann sollte eigentlich auch der Bereich um 1.365 US-Dollar möglich sein. Hier liegen die Jahreshochs von 2018.

10 US-Dollar höher befindet sich das Jahreshoch aus 2016. Bei 1.388 US-Dollar ist das Hoch von 2014. Sie merken schon, hier befindet sich ein gigantischer Widerstandsbereich. Zwischen 1.365 und 1.388 US-Dollar sollten die Kurse spätestens eine Pause einlegen. Würde dieser Bereich schnell nach oben durchbrochen werden, wäre das ein weiteres Argument für eine Krise in der Weltwirtschaft.

Dafür sprechen zumindest auch die beiden nächsten Charts. Denn es gibt gewisse Parallelen zwischen der Krise von 2008 und dem aktuellen Chartbild.

Kündigt der Goldpreis eine neue Krise an?

Es wäre fast ein bisschen einfach, wenn wir es so ableiten könnten. Aber die beiden Charts sehen durchaus vergleichbar aus. Vor allem gibt es aktuell nicht wirklich einen neuen und offiziellen Grund, warum Gold steigen müsste. Deshalb kann es gut sein, dass hier jemand schon massiv in Sicherheiten investiert.

Schauen wir uns den Wochenchart von Gold aus dem Jahr 2008 an. Wir sehen eine Seitwärtsphase über einige Monate. Dann kam der Ausbruch nach oben und die Kurse kannten kein Halten mehr.

Erst bei 1.000 US-Dollar ist Schluss. Dann drehten Sie wieder nach unten. Die Krise ging an den Börsen mit Anfang des Jahres 2008 so richtig los. Gold fing bereits drei Monate davor an zu steigen.

Wie sieht es 10 Jahre später aus? Auch hier haben wir eine Seitwärtsphase. Auch hier sind die Kurse jetzt nach oben ausgebrochen. Der Ausbruch erfolgte im Dezember. Könnte es drei Monate später zu einem großen Crash an den Märkten kommen?

Dann wären wir bei Ende Februar im Kalender. Anfang März sollen die Strafzölle der USA auf chinesische Exporte aktiviert werden. Das könnte zeitlich kausal passen.

2008 stieg der Goldpreis übrigens noch zwei Monate nach Beginn der Krise und drehte dann erst wieder nach unten. Ziehen wir auch hier die Parallelen, könnte der Goldpreis in diesem Jahr sein Hoch im April sehen. Dazu müssten die Börsen allerdings dieses Jahr richtig abstürzen. Insofern bleibt abzuwarten, inwieweit der Vergleich korrekt die Zukunft vorhersagt.

Fakt ist: Wir haben einen wunderschönen runden Boden ausgebildet und Gold steigt Stärke, wie schon lange nicht mehr.

Silber ist davon auch endlich aus dem Schlaf erwacht und liegt derzeit über 15,50 US-Dollar. Die monatelange Seitwärtsphase zwischen 14 und 14,80 US-Dollar ist damit offenbar beendet.

Behalten Sie die Edelmetalle auf Ihrer Watchlist. 2019 kann ein gutes Jahr für Silber und Gold werden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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