Gold: Diese wichtige Kennzahl sollten Sie kennen

Erfahren Sie in diesem Artikel unseres Rohstoff-Experten Heiko Böhmer, wie Sie das aktuelle Goldpreis-Niveau gut einschätzen können: (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Wenn Sie auf den Aktienmarkt schauen, können Sie einfach feststellen, ob die Märkte hoch oder angemessen bewertet sind.

Dazu gibt es eine einfache Bewertungs-Kennziffer wie das beliebte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Gold hat kein KGV

Anders als bei Aktien ist es aber bei Gold sehr schwer möglich, einen fairen Wert zu bestimmen. So hat Gold eben kein KGV.

Dabei wird der aktuelle Kurs von Aktien ins Verhältnis zum aktuellen Gewinn gesetzt. Aktuell weist hier der DAX ein KGV von 14,8 auf.

Nun besagt diese Zahl allein betrachtet nur wenig, aber allein der Vergleich mit dem US-Index S&P 500 zeigt schon, dass deutsche Aktien aktuell noch nicht zu hoch bewertet sind.

Der maßgebliche US-Index bringt es derzeit schon auf ein KGV von 20,1 – und das ist von 18,4 seit Jahres-Anfang auch noch weiter angestiegen.

Solche Kennziffern fehlen beim Gold. Allerdings kann man dabei andere Richtwerte bestimmen. So ist es immer spannend zu schauen, wie hoch denn die Produktions-Kosten liegen.

Sollte der Goldpreis beispielsweise in diese Richtung fallen, wäre das ein klares Signal für den Markt.

Aktuelles Goldpreis-Niveau sichert hohe Margen

Viele Bilanzen haben zuletzt gezeigt, dass die Goldminen bei den gesamten Produktions-Kosten im Bereich von 850 Dollar pro Unze angekommen sind.

Dieses Niveau sichert auf jeden Fall eine gesunde Marge. Das zeigt aber auch, dass Gold auf dem aktuellen Niveau von vielen Minen mit hohen Gewinnen gefördert werden kann.

Immerhin liegt der Goldpreis bei knapp 1.300 Dollar pro Feinunze, und so ergibt sich hier für viele Minen ein operativer Gewinn von 450 Dollar pro Unze.

Doch das Minen-Geschäft ist sehr zyklisch – und das spüren jetzt auch viele Produzenten.

Als Reaktion auf die eher niedrigen Preise in den vergangenen Jahren haben viele Minen die Aktivitäten in den Produktions-Ausbau oft deutlich zurückgeschraubt.

Das ist auch verständlich: Warum sollen Minen auch viel Geld in die Hand nehmen, wenn der zu erzielende Preis die Kosten gerade einmal so deckt?!

Neue Herausforderung „Peak Gold“

Doch hier taucht eine neue Herausforderung für den gesamten Goldsektor auf: Derzeit sieht es so aus, als ob die Minen-Produktion beim Gold nicht mehr gesteigert werden kann.

Auf Sicht von 5 Jahren rechnen sogar immer mehr Experten mit sinkenden Produktions-Mengen.

Was dahinter steckt und was das auch „Peak Gold“ genannte Phänomen für den Goldmarkt bedeutet, werde ich Ihnen in einer weiteren Ausgabe vorstellen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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