Gold-Explorer: Tolle Bohrergebnisse helfen nur kurz

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Selbst sehr gute Bohrergebnisse wie bei Westhaven Ventures helfen den Unternehmen nur kurz. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Nach einigen schwierigen Jahren im Rohstoff-Sektor steht eine Gruppe von Unternehmen vor großen Herausforderungen. Ich rede hier von den Explorations-Unternehmen. Das sind die Firmen, bei denen sich die größte Fantasie aus den Entdeckungen von neuen Vorkommen ergibt.

Doch in Marktphasen, in denen selbst Produzenten vor großen Schwierigkeiten standen – vor allem finanzieller Natur – war es für die Explorationsfirmen noch deutlich schwieriger. Das Explorationsgeschäft ist kapitalintensiv. Doch wenn kaum frisches Kapital in den Sektor fließt müssen die Firmen schon mit außerordentlich guten Bohrergebnissen die Investoren überzeugen.

Das gelingt aber immer weniger Firmen. Eine Ausnahme ist hier Westhaven Ventures aus Kanada. Der Gold-Explorer hat im vergangenen Jahr mit einem herausragenden Bohrloch von sich reden gemacht. Dabei hat Westhaven in einem Bohrloch auf einer Länge von 17,77 m einen durchschnittlichen Goldgehalt von 24,5 g/t erreicht.

Stellen Sie sich vor: Viele Goldminen arbeiten mit einem Goldgehalt von weniger als 1 g/t – und dabei verdienen die Minen Geld. Insofern zeigt ein solches Bohrloch das enorme Potenzial eines Goldvorkommens auf. Nun macht ein herausragendes Bohrloch noch keine Mine – aber dennoch ist es ein wichtiges Signal.

Ein herausragendes Bohrloch macht noch keine Mine

Westhaven Ventures hat die Exploration in diesem Jahr massiv vorangetrieben: So umfasste das Bohrprogramm 20.000 m – das war mehr als in den Jahren zuvor zusammen. Wie schwierig das Business aber ist, sehen Sie auch daran, dass die Arbeiten auf dem Shovelnose Goldprojekt schon seit dem Jahr 2011 laufen.

Damlas hatten wir ganz andere Rahmenbedingungen beim Gold: Der Preis war massiv angestiegen und erreichte kurze Zeit sogar ein Niveau von 1.900 USD pro Unze – das ist bis heute noch das geltende Allzeit-Hoch beim Gold.

Doch neben dem hohen Goldgehalt kann das Projekt auch noch mit anderen Vorzügen glänzen. So liegt das Projektgelände in einem gut erschlossenen Gebiet nur knapp 3 Stunden Fahrt von der kanadischen Westküstenmetropole Vancouver entfernt. Das Gelände ist einfach auf einer Straße erreichbar und eine Stromtrasse führt direkt über das Gelände. All das sind Vorzüge, die sich bei der Fortsetzung der Explorationsarbeiten und dem möglichen Bau der Mine dann noch positiv auswirken können.

Doch an der Börse spielen diese Firmen aktuell keine große Rolle. Explorations-Storys sind mit zu vielen Risiken behaftet – und selbst die risikoaffinen Rohstoff-Investoren setzen doch lieber auf „sichere“ Storys, wie eben produzierende Minen. Daher hat jetzt auch die Westhaven Aktie in nur einem Monat 20% an Wert verloren und das ohne negative News.

Das Beispiel Westhaven zeigt Ihnen eins ganz klar auf: Explorations-Storys haben es immer noch schwer an der Börse – auch wenn die Bohrergebnisse wie in diesem Fall zum Teil herausragend sind.

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Heiko Böhmer
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