Goldpreis zieht an: Ein Faktor drohendes Bargeldverbot

Die globalen Aktienmärkte sind seit Jahresbeginn auf Talfahrt.

Dafür hat ein alter Bekannter gerade nach längerer Durststrecke plötzlich wieder Hochkonjunktur: Die Rede ist vom Gold.

Finanzexperten raten insbesondere konservativ orientierten Anlegern seit jeher, ihr Depot mit einer Gold-Beimischung von etwa 10% abzusichern.

Denn im Gegensatz zu Wertpapieren oder jeglicher staatlicher Währung behält das Edelmetall langfristig seinen Wert.

Gold hält seinen Wert langfristig

Weltweit ist Gold seit Menschen-Gedenken als Zahlungsmittel anerkannt – und wird es wohl auch bleiben, denn das reine Volumen der globalen Gold-Bestände wächst jährlich wesentlich langsamer als sämtliche Papier-Währungen.

Während die Geldmenge zuletzt jedes Jahr um rund 10% zulegte, stiegen die bekannten Gold-Vorkommen um gerade einmal 1,5%

Schon dadurch ergibt sich rein rechnerisch eine Wertsteigerung des Edelmetalls gegenüber Dollar und Euro. Daran ändern auf lange Sicht auch zwischenzeitliche Durststrecken nichts.

Gold-Fans hatten in den vergangenen Jahren wenig zu lachen, gab der Preis je Feinunze seit seinem Rekordwert von 2011 doch rapide nach.

Von rund 1.900 Dollar fiel er auf nur noch etwas über 1.000 Dollar zurück, konnte sich seit Jahresbeginn aber deutlich erholen und lag zuletzt wieder bei mehr als 1.200 Dollar.

Bankenkrise begünstigt Goldpreis-Anstieg

In Euro fiel der Preissturz weniger dramatisch aus, was nicht zuletzt durch das Verhältnis der Gemeinschafts-Währung gegenüber dem US-Dollar begünstigt wurde.

Doch auch hier ist seit Jahresbeginn ein klarer Anstieg um mehr als 10% auf über 1.100 € erkennbar.

Dass Gold neuerdings wieder so gefragt ist, hat neben der Schwäche der Aktienmärkte im Allgemeinen auch mit der Schwäche der Banken im Besonderen zu tun.

Seit dem letzten großen Crash wird die Branche kritisch beäugt, die Angst vor Risiken wie neuen Blasen-Bildungen ist spürbar gestiegen.

Zugleich beginnen auch die Notenbanken, ihre Gold-Bestände aufzustocken. Allen voran China und Russland haben sich in der 2. Jahreshälfte 2015 mit dem Edelmetall eingedeckt.

Gold: die Münze, die bleibt

Ein weiterer Faktor, der Anleger derzeit motiviert, in Gold zu investieren, ist die politische Debatte um die Abschaffung des Bargelds. So ist beispielsweise schon länger im Gespräch, die Euro-Kupfermünzen abzuschaffen.

Manch einer geht noch weiter und fordert gleich die komplette Abschaffung von Münzen, sodass der Zahlungs-Verkehr künftig nur noch mit Papier-Scheinen erfolgen soll.

Auch ist im Gespräch, Bargeld-Zahlungen bei einem Betrag von 5.000 € zu deckeln – alles darüber hinaus dürfte nur noch elektronisch abgewickelt werden.

Hinter diesen Diskussionen stecken vielfältige Motive: größere Möglichkeiten der Überwachung des Zahlungs-Verkehrs etwa, oder auch konsequentere Steuer-Eintreibung.

Auch Strafzinsen lassen sich leichter realisieren, wenn Geld nur noch immateriell existiert und nicht im Sparstrumpf verschwinden kann.

Doch eines lässt sich nicht einfach abschaffen – das hat die Menschheits-Geschichte der vergangenen Jahrtausende unter Beweis gestellt: Gold. Diese Münzen wird es wohl immer geben – und dieser Tage werden sie immer attraktiver.

3. März 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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