Gold: Geht’s 2017 wieder aufwärts?

Folgt auf den verhagelten Herbst nun ein goldenes Jahr? Kurzfristig spricht wenig für eine Trendwende – doch Goldfans haben Hoffnung. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Das Goldjahr 2016 hielt gleich mehrere Überraschungen für Anleger bereit. Die 3 wesentlichsten waren:

Überraschung Nr. 1: Rally zu Jahresbeginn

1. die Rally zu Beginn des Jahres, die kaum jemand vorab auf dem Zettel hatte:

Innerhalb weniger Wochen schoss der Goldpreis Anfang 2016 in die Höhe. Gestartet bei gerade einmal 1.060 Dollar je Feinunze, überstieg das Edelmetall bereits im März die 1.250-Dollar-Schwelle.

Überraschung Nr. 2: BrExit

Die 2. große Überraschung folgte im Juni. Sie betraf nicht nur den Goldpreis, sondern die Finanzmärkte insgesamt – und v. a. das politische Europa:

Die Briten votierten für den Ausstieg des Königreichs aus der Europäischen Union – ein Paukenschlag, mit dem die wenigsten gerechnet hatten.

Noch kurz zuvor war der Goldpreis kräftig eingebrochen, galt ein Verbleib Großbritanniens in der EU doch als so gut wie sicher.

Auf das böse Erwachen am Tag nach der Abstimmung folgte ein entsprechend sprunghafter Anstieg des Goldpreises, der vergoldete Sommermonate einläutete.

Von Ende Juni bis Ende September bewegte sich der Goldpreis in einer Komfortzone zwischen 1.300 und 1.350 Dollar je Feinunze, z. T. ging er auch darüber hinaus.

Während der langen Seitwärts-Bewegung gerieten Experten ins Grübeln und Rätseln: Wohin geht die Reise danach? Setzt sich die Rally nach einer Verschnaufpause fort oder ist der Zenit bereits überschritten?

Überraschung Nr. 3: Trump als US-Präsident

Eine erste Antwort folgte Anfang Oktober, als der Goldpreis heftig nachgab, und schließlich die 3. große Überraschung am 8. November: Die USA wählen Donald Trump zum nächsten Präsidenten.

Gemeinhin gilt das als politisches Horror-Szenario. Nicht Wenige rechneten also mit einem Anziehen des Goldpreises. Doch das Gegenteil war der Fall:

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Die Märkte hoffen auf Deregulierung und Investitions-Programme etwa im Bereich der Infrastruktur, die Trump während des Wahlkampfs angekündigt hatte.

Und so schossen die Aktien zahlreicher Branchen in die Höhe, während der Goldpreis weiter unter Druck geriet.

Mit der Zins-Anhebung der Federal Reserve (Fed) im Dezember war es dann besiegelt: Der Herbst hat das Goldjahr 2016 noch kräftig verhagelt, unterm Strich bleibt nur ein moderates Plus im 1-stelligen Bereich stehen.

Goldenes Jahr 2017?

Doch wie stehen die Chancen für 2017? Kurzfristig zumindest rechnet kaum jemand mit einer Trendwende.

Perspektivisch jedoch könnte es für den Goldpreis wieder aufwärts gehen – beispielsweise wenn es unter Trump doch nicht so rund läuft, wie derzeit einige hoffen.

Der politisch unerfahrene Kandidat mit seinem Kabinett aus Hardlinern wird noch zeigen müssen, was er tatsächlich vorhat.

Bislang ist es noch keinem US-Präsidenten gelungen, seine Wahlkampf-Agenda 1:1 umzusetzen.

Hinzu kommt auch mögliche Verunsicherung durch wichtige Wahlen in Europa, etwa die Präsidentschaftswahl in Frankreich im Frühjahr oder der Bundestagswahl im Herbst.

Sollten rechtspopulistische Parteien hier nennenswerte Erfolge verbuchen – und davon ist aktuell auszugehen –, dürfte das die Lage auch in Europa noch einmal verändern.

Und unsichere Zeiten sind bekanntlich ein Treiber für den Goldpreis, gilt das Edelmetall doch seit jeher als sicherer Hafen zur Vermögens-Absicherung. Wer günstig einsteigt, gewinnt dann doppelt.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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