Gold glänzt wieder heller

Immer wieder fragen mich Leser, ob es nicht sinnvoll sei, als Absicherung einen Teil seines Vermögens in Gold zu investieren.

Die Meinungen zu dem gelben Edelmetall gehen weit auseinander:

Gold-Fans schwärmen von der Werterhaltung über viele Jahrhunderte. Andere beklagen die nicht vorhandene Verzinsung und die seit Längerem enttäuschende Preis-Entwicklung.

Ich persönlich sehe das Ganze etwas pragmatischer: Wenn Sie meine Artikel schon länger lesen, wissen Sie inzwischen, dass für mich einzig und allein der Trend entscheidend ist.

Deshalb möchte ich hier für Sie die charttechnischen Perspektiven des Edelmetalls ein wenig näher unter die Lupe nehmen.

Politische Unsicherheits-Faktoren sorgen für Aufwind beim Gold

Politische Unsicherheits-Faktoren wie der US-Luftangriff auf Syrien oder die Differenzen zwischen den USA und Nordkorea sorgten zuletzt wieder für eine erhöhte Nachfrage nach Gold – und steigende Preise:

Seit Jahresbeginn legte der Preis für die Feinunze in der Spitze um mehr als 12% zu und kletterte mit 1.295 Dollar zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit Anfang November.

Unmittelbar nach der US-Wahl war der Goldpreis kurzzeitig bis auf 1.337 Dollar nach oben geschossen, um in der Folge wieder deutlich nachzugeben.

Das gelbe Edelmetall gilt als klassisches Krisen-Investment. Und so überrascht es kaum, dass sich der Goldpreis in den vergangenen Wochen wieder auf dem Weg nach oben befindet.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die jüngsten Zugewinne nur ein kurzes Strohfeuer sind oder der Auftakt für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.

In der 2. Jahreshälfte zeigt die Richtung beim Gold nach oben

Aufschluss darüber kann ein Blick auf die Saisonalität geben, und diese spricht eher gegen weitere Zuwächse:

Betrachtet man die durchschnittliche Preis-Entwicklung über 30 Jahre, wurde im Mai ein zwischenzeitliches Hoch erreicht, bevor der Preis nochmals zurückfiel.

In der 2. Jahreshälfte entwickelt sich der Goldpreis im Schnitt jedoch positiv:

Nach einem Tief im Juni ging es bis Ende November im Schnitt um rund 4% nach oben. Als Grund dafür gelten Käufe des Schmuckhandels für das Weihnachts-Geschäft.

Charttechnik liefert positive Signale

Positive Signale kommen jedoch von der Charttechnik:

Letzte Woche hat der Goldpreis mit einem dynamischen Anstieg nicht nur sein Zwischenhoch von Anfang März bei rund 1.264 Dollar hinter sich gelassen, sondern auch die 200-Tage-Linie klar übersprungen.

gold

Die Chancen für weitere mittelfristige Preissteigerungen haben sich damit deutlich verbessert.

Vor dem Hintergrund, dass die Notierung jetzt an ihrer mittelfristigen Abwärts-Trendlinie angekommen ist, und im Hinblick auf die Saisonalität wäre ein kurzfristiger Rücksetzer aber keine Überraschung.

Sollte dabei das März-Hoch bei 1.264 Dollar bestätigt werden, könnte sich in dieser Region jedoch eine gute Einstiegsgelegenheit eröffnen.

Auf mittlere Sicht traue ich dem Goldpreis durchaus einen weiteren Anstieg in Richtung des 2016er-Hochs bei 1.375 Dollar zu.

18. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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