Wie tief fällt der DAX, bevor wir das neue Allzeithoch schaffen?

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Die Börsen in der Seitwärtsphase. Das kennen wir schon. Ist diesmal alles anders? Der DAX schließt vielleicht noch erst die Kurslücke. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der DAX tanzt uns auf der Nase herum. Schon wieder kein Allzeithoch. Wie lange müssen wir denn noch warten? Eine Variante ist dabei, dass wir erst noch einmal Anlauf nehmen. Erinnern Sie sich an die gerissene Kurslücke nachdem quasi der Frieden im Nahen Osten erklärt wurde? Als Trump bestätigte, dass die USA den Raketenangriff auf zwei unbemannte Basen nicht militärisch beantworten wollen. Seitdem ist Ruhe, soweit das eben möglich ist.

Diese frohe Botschaft katapultierte den DAX von 13.300 auf 13.500 Punkte – alles fast über Nacht. Die Kurslücke wartet immer noch auf ihre Schließung. Schauen wir uns das im Chart an – es gibt nämlich noch einen weiteren Grund, warum wir diesen Bereich bald anlaufen können.

DAX Aufwärtsgap: Wann wird es geschlossen?

Hier sehen Sie den Tageschart seit Anfang Dezember. Viel Bewegung aber letztlich wenig Kursanstieg. Die Weihnachtsmann-Rallye fiel schon einmal stärker aus. Dafür startete der DAX aber Anfang Januar mit deutlich mehr Bewegung durch. Erst ging es steil nach unten auf 12.948 Punkte – nur um bereits drei Handelstage später an der 13.550 zu kratzen.

Die Kurslücke liegt im Bereich 13.320 Punkte. Schauen wir uns die steile Bewegung nach oben mit Fibonacci-Retracements an, entdecken wir hier ein erstes Ziel eines möglichen Rücklaufs. Beim 38er Retracement um 13.319 Punkten befindet sich ebenfalls etwa der Schlusskurs auf Xetra-Basis des Aufwärtsgaps.

Somit haben wir schon zwei Gründe, warum der DAX diesen Bereich noch einmal testen kann. Es wäre natürlich auch möglich, dass wir direkt über 13.600 Punkte hinausschießen – doch dazu fehlt es momentan an Power der Bullen. Tendenziell arbeiten wir uns gerade wieder nach Süden vor. Wenn auch in gemächlichem Tempo. Noch zwei oder drei kleine rote Tageskerzen und wir sind im „Zielbereich“ bei 13.320 Punkten. Das kann aber auch intraday passieren und schnell gehen – vielleicht schon morgen.

Ein kurzer Dip nach unten und dann schon wieder hoch. So kann es alternativ verlaufen. Sobald wir diesen Bereich abgehakt haben, kann der DAX mit Anlauf das neue Allzeithoch aufstellen. Kommt im Bereich um 13.320 Punkten keine Gegenbewegung, können wir auch deutlich weiter fallen. Dann sind auch noch einmal Kurse um 13.100 Punkte möglich. Richtig bärisch wird es erst unterhalb von 12.850 Punkten. Bis dahin haben wir aktuell noch deutlich Luft.

Wird Gold bald wieder billiger?

Über 1.610 US-Dollar stand Gold am 8. Januar 2020. Solche Kurse hatten wir ewig nicht gesehen. Genauer gesagt, war es im März 2013, als Gold zuletzt dort notierte. Aktuell geht es wieder rückwärts – zudem baut Gold eine Bärenflagge. Die habe ich Ihnen als Trendkanal eingezeichnet.

Fallen wir nach unten heraus, wäre ein mögliches Ziel der Bereich um 1.530 US-Dollar. Dort liegt der 61er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung. Von dort könnte Gold dann eine neue Rallye starten.

Wir befinden uns schließlich aktuell noch immer in der stärksten Phase im Jahr, die es für den Goldpreis geben kann. Bis Ende Februar haben die Kurse Potential. Wichtig ist dabei jetzt natürlich, dass wir das Jahreshoch überwinden. Nicht, dass die 1.611 US-Dollar jetzt ein neues starkes Hindernis darstellen, an dem sich die Bullen die Zähne ausbeißen.

Eine gute Nachricht für die Goldfans am Ende: Während der US-Dollar gegenüber dem Euro weiterhin an Stärke gewinnt, gab es dadurch ein neues Allzeithoch beim Gold. Und zwar eben nicht in US-Dollar, wie es üblicherweise gezeigt wird, sondern in Euro. Wer also Gold in Euro gekauft hat, konnte sich über diese Nachricht auf jeden Fall freuen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.