Gold ist aktuell schwach – aber nur auf Euro-Basis

Der schwache Dollar setzt den Goldpreis in Euro klar unter Druck – doch das bietet auch Chancen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

In den vergangenen Tagen bin ich immer wieder gefragt worden: Warum ist Gold derzeit eigentlich so schwach? Darauf konnte ich nur antworten: Das kommt ganz auf die Währung an. Gerade bei den beiden großen Währungen Dollar und Euro lief in der jüngsten Vergangenheit die Entwicklung doch klar auseinander. Besonders deutlich wird der Unterschied bei der Wertentwicklung des Goldes zwischen Dollar und Euro beim Blick auf die vergangenen 12 Monate.

So hat der Goldpreis in US-Dollar gerechnet in den vergangenen 12 Monaten um rund 9 % zugelegt. Ganz anders sieht es hingegen auf Euro-Basis aus. Hier hat der Goldpreis 7,5 % verloren in den vergangenen 12 Monaten. Spannend ist auch der Blick auf den Schweizer Franken: Hier verlief die Entwicklung nahezu unverändert und der Goldpreis hat auf Sicht von 12 Monaten minimal um 0,3 % zugelegt.

Dollar hat mehr als 16% gegenüber Euro verloren – und das in nur einem Jahr

Der entscheidende Faktor für Investoren in Deutschland war also ganz klar die Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses. Und die hat nun einmal in den vergangenen 12 Monaten massive Verschiebungen ergeben. Es ist eben schon äußerst ungewöhnlich, dass die weltweite Leitwährung US-Dollar auf Jahressicht mehr als 16 % an Wert verliert gegenüber dem Euro.

Große Verschiebungen auf dem GoldmarktIn der Rangliste der größten Goldproduzenten ist aktuell viel los: Australien hat zuletzt die Produktion klar gesteigert. In Kanada steht das noch bevor. › mehr lesen

Daher haben eben deutsche Investoren mit Goldbeständen auf Sicht der vergangenen 12 Monate mit Gold sogar Geld verloren. Aber wenn es Ihnen tatsächlich um die langfristige Absicherung des Depots mit Goldbeständen geht, sind die kurzfristigen Schwankungen für Sie nicht so maßgeblich. Dann sollten Sie eher jetzt bei dem niedrigen Euro-Preis für das Gold neue Bestände aufbauen.

Für kurzfristige deutliche Zuwächse ist es auf jeden Fall sinnvoller, auf Aktien aus diesem Sektor zu setzen. Allerdings benötigen die großen Goldminen auf jeden Fall wieder steigende Goldpreis um hier auch höhere Kosten zu erreichen. Die zuletzt berichteten Bilanzdaten, die ich Ihnen hier von Goldcorp und Barrick Gold in dieser Woche schon vorgestellt habe, fielen gemischt aus.

Zwar weisen beide Unternehmen hohe operative Margen aus auch auf dem aktuellen Goldpreis Niveau. Doch um tatsächlich richtig durchstarten zu können, benötigen beide Unternehmen weiter steigende Goldpreise. Nach den deutlichen Preiszuwächsen in der vergangenen Woche dieser Woche wieder klar zurück mit dem Goldpreis. Der Ausbruch nach oben steht noch aus.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.