Goldpreis: Trump macht Gold wieder groß

Die Anlegerseele reagiert empfindlich auf Unsicherheiten oder unvorhergesehene Ereignisse.

Das gilt ganz besonders für diejenigen, die auf Gold setzen – denn sie gehören tendenziell zu jenen Anlegern, die eher auf Sicherheit bedacht sind als auf den schnellen Gewinn.

Wie sehr gerade auch politische Überraschungen den Goldpreis beeinflussen, ließ sich vor wenigen Tagen wieder beobachten:

Donald Trump warf seine Ansichten aus Wahlkampf-Zeiten einmal mehr über Bord. Denn er befahl einen Militärschlag in Syrien als Reaktion auf einen Giftgas-Angriff, den er dem Assad-Regime zuschrieb – und der Goldpreis schnellte in die Höhe.

Goldpreis – ein Trump-Barometer?

Innerhalb von nur 1 Woche verteuerte sich die Feinunze von 1.255 auf 1.285 US-Dollar und kletterte somit um gut 3,5%. Eine ähnlich heftige Kursbewegung war auch nach dem Wahlsieg Trumps am 8. November zu beobachten.

Allerdings lief diese in die andere Richtung, weil die Märkte damals noch dachten, Trump würde die US-Wirtschaft ankurbeln.

Inzwischen ist man sich da nicht mehr so sicher, denn wenn Trump in seinen ersten 3 Monaten im Amt eines gezeigt hat, dann, dass auf sein Wort kein Verlass ist.

Was er heute als seine feste und unumstößliche Überzeugung in die Welt hinaustweetet, kann schon nächste Woche ins Gegenteil verkehrt werden.

Neben Syrien ließ sich das zuletzt besonders deutlich am Verhältnis zwischen Washington und Moskau oder auch zwischen Trump und US-Notenbank-Chefin Janet Yellen ablesen.

Aber auch am Verhältnis der USA zur NATO wurde es deutlich: Kürzlich bezeichnete Trump diese noch „obsolet“, jetzt sieht er sie schon Fels in der Brandung.

Gold ist Geld – und damit Fels in der Brandung

Als Fels in der Brandung sehen Anleger daher offenbar wieder zunehmend ihren Goldbestand, sei es in Form von Münzen, Barren oder Wertpapieren.

Denn das Edelmetall, das als Rohstoff gehandelt wird, ist in Wahrheit wesentlich mehr als das: Es ist Geld.

Brechen die Papier-Währungen eines Tages zusammen – und zahlreiche Experten sind sich sicher, dass dieser Tag früher oder später kommen wird –, geschieht Folgendes:

Dann lässt sich die Goldmünze zwar nicht mehr unbedingt in Dollar oder Euro umrechnen, doch sie behält ihren Wert als akzeptiertes Zahlungsmittel.

Das haben Jahrtausende der Menschheits-Geschichte bereits unter Beweis gestellt: Für Gold konnte man sich schon immer etwas kaufen, für Aktien hingegen nicht. Goldfans setzen darauf, dass das auch in Zukunft so sein wird.

Und sie sind nicht allein mit dieser Annahme; auch die Zentralbanken oder der Internationale Währungsfonds (IWF) horten schließlich tonnenweise Gold in ihren Tresoren.

Andere Rohstoffe lagern dort nicht, dementsprechend steht die Funktion von Gold als Geld hierbei wohl im Vordergrund.

Wenn Trump so weitermacht, könnte sich beim Gold noch einiges tun

In den 3 Monaten, seit Trump im Amt ist, hat sich der Goldpreis um rund 7% erhöht. Angesichts der 45 Monate, die noch vor uns liegen, könnte da noch so einiges drin sein…

15. April 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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