Gold kommt unter die Räder | Fast ein ruhiger Tag beim DAX

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Die Bären-Party geht weiter. Leicht verkatert starteten die Kurse am morgen sogar leicht im Plus. Doch schnell wurden die ersten Bullen gezähmt und es wieder abwärts. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Auf zu neuen Jahrestiefs! Der DAX hat heute die wichtige Unterstützung bei 12.890 Punkten unterschritten. Die EMA-200 des Tagescharts liegt derzeit bei 12.773 Punkten, wenn wir uns die Xetra-Zahlen anschauen. Immerhin gab es aber ein Aufwärtsgap über Nacht. Das hielt jedoch nicht lange.

Hier sehen Sie die außerbörslichen Kurse in der Nacht. Bei etwa 13.150 Punkten bastelte der DAX ein Doppeltop.

Kurz nach 8 Uhr war so somit das Tageshoch bereits erreicht. Ich hatte meine Position, die gestern bei 12.990 eröffnet wurde, mit einem Stoploss unter den letzten Tiefs vor diesem Doppeltop versehen. Natürlich erst nachdem ich gesehen habe, dass sich ein Doppeltop bildet. Das Hellsehen fällt auch mir etwas schwer. Bei 13.115 Punkte wurde die Position dann um 8 Uhr 24 automatisch im Gewinn geschlossen. Das ist noch einmal gut gegangen. Hätte ich ein paar Stunden später erst reingeschaut, wäre die Position schon im Minus gewesen. Über diesem Doppeltop habe ich jetzt ein kleines Kauflimit eingestellt.

Achten Sie also unbedingt darauf, nicht zu früh zu gierig zu sein und jetzt schon wieder in den Markt einzusteigen. Im Moment, wo ich Ihnen diese Zeilen schreibe, ist der DAX unter 12.800 Punkte gerutscht. Bei 12.795 Punkten liegt noch ein kleiner Widerstand vom 31.10.2019. Ob der die Fahrt nach unten jetzt aufhalten kann? Immerhin gibt es kurz Widerstand im 5-Minuten-Chart und eine grüne Kerze.

Nächstes Kursziel: 12.660 Punkte

Dieser Chart macht deutlich, wie wichtig die 12.890 Punkte waren. Es war OK, dass wir diese Zone noch einmal erreicht haben. Aus Sicht der Bullen war es aber nicht OK, dass wir diese jetzt um 100 Punkte unterschritten haben. Der Turnaround Tuesday verpufft nach dem Gap über Nacht.

Die 12.660 Punkte – das ist das Sommerhoch von 2019 – wirken jetzt als nächste Zielmarke, wenn die 200-Tagelinie den DAX nicht bremsen kann. Wichtig: Es gibt immer noch kein Kaufsignal, also halten Sie weiter den Finger am Abzug, aber bleiben Sie ruhig.

Mehr als drei negative Tage in Folge beim Nasdaq oder S&P 500 sind extrem selten. Und doch haben wir heute die vierte rote Kerze in Folge gesehen. Noch gibt es keinen Grund wieder in diesem Markt einzusteigen – vor allem, weil das schon so viele Privatanleger gestern getan haben!

Das Sentiment beim DAX ist unglaublich stark auf long gedreht. Dann ist es fast klar, dass die Großen die Kurse noch weiter fallen lassen, denn damit kann das Geld von den Kleinen verdient werden. Auf Wochensicht wurden die Long-Positionen bereits um 124 Prozent aufgestockt, während die Shorts um fast 52 Prozent zurückgingen. (Stand heute früh um 1 Uhr).

Wenn es Sie auch im Finger juckt und Sie einsteigen wollen, schauen Sie sich vorher einfach einmal einen Stundenchart an und stellen Sie dort zwei Indikatoren ein. Die SMA-14 und die SMA-50. Solange die 14-Stundenlinie nicht die 50-Stundenlinie nach oben durchkreuzt, halten Sie sich zurück. Das ist keine Musterlösung, aber im aktuellen Umfeld als Eselsbrücke vielleicht ganz hilfreich. Aktuell sind die beiden Linien nämlich gerade im DAX ordentlich weit voneinander entfernt. Das sollte Ihnen zu denken geben.

Inzwischen haben die Bären auch kurz den Widerstand bei 12.795 Punkten bezwungen und weiteres Potential eröffnet, doch der Kampf dauert hier noch an.

Gold wird wieder nach unten gedrückt

Gestern stand Gold kurzzeitig bei 1.689 US-Dollar! Heute wurden die Kurse schon wieder bis auf 1.632 US-Dollar abverkauft. Über 50 US-Dollar innerhalb von zwei Tagen Richtung Süden ist schon eine beeindruckende Leistung, die die Bären da vollbracht haben.

Vielleicht war ein Teil davon auch Gewinnmitnahmen. Schließlich waren wir am oben Ende des Trendkanals angekommen.

Gold kann sich trotzdem auf diese Weise weiter nach oben kämpfen. Solange wir jetzt nicht nachhaltig unter 1.600 US-Dollar fallen, bleibt der Trendkanal in Takt. Der Kanal ist auch nicht zu steil, dass wir hier eine Übertreibung sehen.

Es wird sicherlich immer wieder Angriffe geben, Gold aus diesem Kanal herauszudrücken. Deshalb würde ich an Ihrer Stelle – falls Sie Gold aktiv traden – zur Sicherheit einen kleinen Puffer unter die Trendlinie legen. Direkt darunter liegt das Geld der Stops und das wissen auch die Stillhalter.

Fazit

Der Turnaround Tuesday war für die Katz. Alle Börsen rutschen heute ein Stockwerk weiter nach unten. Bei weitem nicht so dramatisch wie gestern, aber 1 bis 2 Prozent Verlust haben DAX, Dow Jones & Co. heute auch geschafft.

So verlockend es jetzt schon sein mag einzusteigen, bleiben Sie vernünftig. RWE, MTU und Allianz haben heute weitere 3 Prozent abgegeben. Sie müssen den Nachkauf nicht mit einem Minus starten. Geben Sie dem Markt ein wenig Zeit durchzuatmen und vor allem auch den Fondsmanagern. Diese müssen sich jetzt auch erst einmal wieder beruhigen und den Finger vom Sell-Knopf nehmen.

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Dax30 – Es fehlt bislang die entscheidende Kraft…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte und morgens starten wir immer mit dem Blick… › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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