Gold oder 20-Tages-Linie im DAX?

Eine geballte Dualität gibt es aktuell an den Märkten und auf der Welt:

Wir haben Börsenkurse, die gerade nicht so richtig zusammenpassen – aus logischer und analytischer Sicht.

Auf der anderen Seite haben wir das Thema Syrien:

Hier ist die Welt ebenfalls zwiegespalten. Ist Assad der Schuldige? War der Militär-Einsatz von Trump berechtigt oder völkerrechtswidrig?

Immerhin hatten die USA angeblich Russland vor ihrem Einsatz gewarnt. Somit ist ein weiteres Eskalieren der Lage zumindest in dieser Hinsicht verhindert worden.

Dennoch gibt es in vielen Ländern geteilte Meinungen über den Militärschlag der USA. In den sozialen Netzwerken warnen viele Menschen vor einer Wiederholung des Irak-Kriegs.

Damals wurden auch keine Massenvernichtungswaffen bei Hussein gefunden – der Verdacht war aber Grund für den Einmarsch im Irak.

Vor 2 Jahren haben übrigens deutsche Medien berichtet, dass die letzten Chemiewaffen von Assad das Land verlassen haben.

Und noch etwas passt nicht ins Bild: Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande machen Assad für die Entwicklung in Syrien alleine verantwortlich.

Gleichzeitig schreibt die Bundesregierung heute auf Facebook, die Untersuchungen der UN sollen möglichst schnell durchgeführt werden.

Hoffen wir, dass die Fakten doch noch eine Chance bekommen gehört zu werden, bevor voreilig Konsequenzen gezogen werden.

Gold warnt mit einem Ausbruch

Ein neues Jahreshoch im Gold wurde heute erreicht. Gleichzeitig wurde ein Widerstand durchbrochen, der bereits im Vorjahr einen deutlichen Punkt markiert hatte.

Noch ist das aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Entscheidend ist, ob der Ausbruch nachhaltig ist, also ob sich die Kurse darüber halten können.

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Eingezeichnet sehen Sie im Tages-Chart die Widerstände in den blauen Rechtecken.

Aktuell notiert Gold nördlich davon. Doch das alleine reicht nicht aus. Betrachten Sie die heutigen Kurse als ein Warnsignal!

Hält die 20-Tages-Linie im DAX?

Dem DAX geht ein bisschen die Puste aus; nach dem Jahreshoch vergangene Woche haben die Anleger den Rückwärtsgang eingelegt.

Von einem „Abverkauf“ zu reden, wäre übertrieben. Vielmehr spielt die 20-Tages-Linie eine präsente Rolle:

Im unteren Chart sehen Sie, wie diese – in Gelb eingezeichnet – verläuft.

In der Vergangenheit hat sie für Stabilität und wieder steigende Kurse gesorgt. Auch wenn Sie teilweise unterschritten wurde, kam meist direkt 1 Tag später das Echo in Form der Bullen.

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Sollte die 20-Tages-Linie unterschritten werden, können Sie sicherheitshalber Ihre kurzlaufenden Long-Positionen im DAX verkaufen.

Ist das auch schon Grund genug auf die Short-Seite zu wechseln? – Auf gar keinen Fall! So gesehen ist noch gar nichts geschehen.

Selbst wenn der stochastische Indikator im Chart ein Verkaufs-Signal auf Tagesbasis gegeben hat, können Sie davon keine langfristig fallenden Kurse ableiten.

Es ist durchaus möglich, dass der Indikator wieder nach oben dreht, wenn gleichzeitig die 20-Tages-Linie beim DAX wieder nach oben durchbrochen wird.

Somit sind kurzfristig Kurse unter der gelben Linie durchaus denkbar. Die Betonung liegt dabei auf kurzfristig!

Erst wenn es sich der DAX unter der 20-Tages-Linie gemütlich macht und Gold weiter steigt, könnte die Börsen-Ampel langsam auf rot umschalten.

Was ist ein Kontrakt beim Optionen-Handel?

Wenn Sie Call oder Puts handeln möchten, wird die Anzahl in Kontrakten angegeben. Dabei ist ein Kontrakt jeweils der Mindest-Einsatz.

An der Eurex (weltgrößte Terminbörse für Futures und Optionen) werden die Aktien-Optionen meist in Mengen je 100 zu einem Kontrakt gebündelt.

Dieser Faktor 100 macht sich bei einem Kauf wie folgt bemerkbar: Sie kaufen eine Aktien-Option für 2,50 €. Pro Kontrakt müssen Sie dann 250 € zahlen.

Deshalb ist ein gewisses Basis-Kapital auch nötig, um als Optionen-Trader sein Geld zu vermehren.

Wenn Sie sich an die Regel halten maximal 5% Ihres Kapitals pro Investment zu riskieren, brauchen Sie bei solch einem Kontrakt mindestens 5.000 € Kapital.

Und dann können Sie nur einen einzigen Kontrakt kaufen. Ein 5-stelliger Depotwert ist deshalb für den Start der Karriere als Optionen-Händler auf jeden Fall empfehlenswert.

7. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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