Gold-Preis im Sinkflug: Renditehebel 2012 gegen Dollar/Euro-Verfall

Wer am Wochenanfang Gold beobachtete, traute seinen Augen kaum.

Die Kritik am EU-Gipfel mehrte sich – und der Preis des Edelmetalls fiel weiter.

Unabhängig von der Marktbewegung aber gilt: Gold ist in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin einer der Sicherheits- und Renditehebel für Ihr Vermögen schlechthin. Wir meinen: mindestens 10% Privatvermögen sollten „Edelmetall“ sein.

Währungen verlieren weiter

Die Kaufkraft der Währungen sinkt unterdessen munter weiter. Dies sehen Sie am offiziellen Datenausstoß der Behörden. So steigt die Inflation beispielsweise in China um mehr als 6%. In den USA geht es um mehr als 2% nach oben.

Die Eurozone muss Preissteigerungen in Höhe von 2,5% bis 3% hinnehmen. All das sind nur die offiziellen Daten. In den USA etwa ist die inoffizielle Preissteigerung laut shadows.com auf mehr als 5% gestiegen.

Wenn aber die chinesische, die us-amerikanische sowie die europäischen Währungen gleichzeitig an Kaufkraft einbüßen, wird es Zeit für eine vernünftige Absicherung. Der Franken aus der Schweiz fällt aus.

„Gute“ Währungen kaum vorhanden

Die Schweizer Währung verliert gegenüber Gold fast im Gleichklang mit den Währungen aus Washington und Brüssel. Ein Beispiel: Der Goldpreis hat in Schweizer Franken gerechnet seit Jahresanfang von 1325, 27 Franken auf 1579,67 zugelegt. Dies sind etwa 16,1% Verlust.

Euro- und Dollar haben gegenüber Gold ähnlich viel verloren. Eine Flucht in den Schweizer Franken lohnt sich daher als Sicherheit für den Erhalt der Kaufkraft nicht. Achtung:

  • Gold legt gegenüber allen bedeutenden Währungen seit mehr als zehn Jahren zu.
  • Notenbanken horten das Edelmetall inzwischen seit Jahren – und geben dafür Devisenbestände auf.
  • China kauft immer mehr Gold und bringt es teils über eigene Goldshops in den Städten wieder in Umlauf.
  • Gold ist inzwischen in einigen US-Bundesstaaten für bestimmte Funktionen (Steuerzahlen in Utah beispielsweise) sogar offiziell anerkanntes Zahlungsmittel.
  • Inflationsbereinigt fehlen Gold gegenüber dem Höchststand von 1980 immer noch rund 50% Kursgewinn.
  • Goldgewinne sind in Deutschland sogar steuerfrei, wenn Sie das gelbe Metall länger als ein Jahr im Depot halten.

Möglichst physisch kaufen

Es bleibt allerdings bei unserer Empfehlung, dass Gold besonders in physischer Form wichtig ist. Denn: Zertifikate sind weder steuerfrei noch ähnlich sicher. Zertifikate sind Schuldverschreibungen und hängen von daher an der Zahlungsfähigkeit der Emittenten.

Gold – dies als Nachteil – wirft keine Dividenden oder Zinsen ab, meinen Kritiker. Selbst das ist kein dauerhafter Nachteil. Niemand verbietet Ihnen theoretisch, Gold zu verleihen – gegen Zinsen.

GeVestor meint: Vor allem in künftigen Krisenzeiten, wenn Gold als Zahlungsmittel offiziell noch stärker anerkannt wird als jetzt, wird auch das Verleihen wieder ein Thema sein. Wir rechnen damit, dass Gold deshalb schon 2012 weitere Rendite-Sprünge schaffen kann.

Ein Goldpreis Richtung 2.000 US-Dollar pro Unze ist keine Utopie. Gegenüber den Währungen ist Gold deutlich stärker.

14. Dezember 2011

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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